22 January 2026, 08:19

Trumps Nobelpreis-Forderung macht Komikers Witz zur bitteren Realität

Ein Mann mit Schnurrbart und Brille schaut ernst in die Ferne, mit der Aufschrift "Der Mann, der die ganze Welt zum Lachen gebracht hat" darüber.

Guido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trumps Nobelpreis-Forderung macht Komikers Witz zur bitteren Realität

Ein Witz des Komikers Guido Cantz darüber, wie sich Donald Trump mit aller Gewalt einen Friedensnobelpreis erschleichen wollte, ist auf unerwartete Weise Wirklichkeit geworden. Der ehemalige US-Präsident schrieb kürzlich an Norwegens Ministerpräsidenten und beklagte sich, dass ihm die Auszeichnung verweigert worden sei – obwohl er behauptet, acht Kriege beendet zu haben. Cantz sagt nun, Trumps Handeln habe den Witz unmöglich gemacht, ihn so wie früher vorzutragen.

Im Januar 2026 richtete Trump einen Brief an den norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre. Darin argumentierte er, die Weigerung des Nobelkomitees, ihm den Friedenspreis zu verleihen, bedeute, dass er sich nicht länger ausschließlich auf Friedensbemühungen konzentrieren müsse. Als Begründung führte er an, er habe acht Konflikte beendet – was ihn für die Ehrung qualifizieren würde.

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Guido Cantz hatte in seinem Bühnenprogramm bereits eine ähnliche Idee verarbeitet: Sein Witz unterstellte Trump, er werde sich den Preis notfalls mit Gewalt nehmen – eine Pointe, die nun der Realität entspricht. Der Komiker räumte ein, dass es besonders schwierig sei, über Trump Witze zu machen, weil dessen ständige neuen Aussagen und Handlungen jede Satire überholen.

Hinzu kommt, dass Humor über Trump oft schnell an Aktualität verliert. Sobald eine Pointen zur Wirklichkeit wird, verpufft der Witz. Cantz kann seinen Nobelpreis-Gag nicht mehr wie früher bringen, weil die Ereignisse die Satire eingeholt haben.

Aus Trumps Schreiben an den norwegischen Ministerpräsidenten ist so aus einer komischen Idee ein echter Streit geworden. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie der Ex-Präsident durch sein öffentliches Auftreten die Grenze zwischen Satire und Realität verwischt. Für Cantz bedeutet das: Er muss Material überarbeiten, das einst auf Übertreibung setzte – und das nun von Trumps eigenem Verhalten überholt wurde.