24 April 2026, 20:20

Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung gestoppt – trotz gesetzlicher Erlaubnis

Apotheker in weißem Kittel mit einer Flasche, während er mit einem Kunden vor Regalen mit Medikamenten und Zubehör spricht.

Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung gestoppt – trotz gesetzlicher Erlaubnis

Geplante Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke Winterberg kurz vor Wiedereröffnung gestoppt

Kurz vor der Neueröffnung der Franziskus-Apotheke in Winterberg haben Aufsichtsbehörden die Installation einer geplanten Telemedizin-Station blockiert. Die Apothekerkammer warnte, dass die Aufstellung der Kabine zum Entzug der Betriebserlaubnis der neuen Filialleiterin führen könnte – obwohl gesetzliche Bestimmungen solche Dienstleistungen in Apotheken ausdrücklich zulassen.

Jürgen Schäfer, der aktuelle Inhaber der Franziskus-Apotheke, hatte vor, noch vor der Übergabe der Geschäftsführung an die Apothekerin Jasmin Ennulath im kommenden Jahr eine Telemedizin-Station des Anbieters Medivise einzurichten. Die Kabine sollte den Arbeitsalltag erleichtern, etwa durch die vereinfachte Ausstellung von Folgerezepten und die Reduzierung unnötiger Notaufnahme-Besuche.

Die Apothekerkammer griff jedoch ein und argumentierte, eine Arztkabine innerhalb einer Apotheke verstoße gegen Vorschriften und könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen. Diese Entscheidung fiel nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung der Apotheke. Medivise hingegen betont, es gebe keine rechtlichen Hürden, und verweist auf § 129 Absatz 5h des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V), der Telemedizin-Sprechstunden in Apotheken ausdrücklich erlaubt.

Schäfer hat inzwischen offiziellen Widerspruch eingelegt und arbeitet mit Medivise daran, das Verbot anzufechten. Die Kammer drohte zudem an, Ennulath im Falle der Installation die Approbation zu entziehen – was die Situation zusätzlich verschärft.

Der Streit lässt die Telemedizin-Pläne der Apotheke vorerst in der Schwebe. Schäfers Widerspruch und die rechtliche Position von Medivise deuten auf weitere Diskussionen hin. Bis zu einer Klärung bleibt die Station verboten – und mit ihr die geplanten Vorteile für Patienten und Mitarbeiter auf unbestimmte Zeit blockiert.

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