Streit um Schrodtberg: SPD will Gewerbegebiet ausweiten – Grüne warnen vor ökologischem Schaden
Tobias ZimmermannStreit um Schrodtberg: SPD will Gewerbegebiet ausweiten – Grüne warnen vor ökologischem Schaden
Die Pläne für das Gebiet Schrodtberg in Solingen haben eine unerwartete Wendung genommen. Weniger als ein Jahr, nachdem der Masterplan Arbeit und Wirtschaft die Bebauung auf das ehemalige Sportfeld beschränkt hatte, schlägt die SPD nun vor, die gewerbliche Nutzung auf die weitere Landschaft auszudehnen. Dieser Kurswechsel hat Kritik der Grünen ausgelöst, die vor ökologischen Schäden und gebrochenen Versprechen gegenüber den Anwohnern warnen.
Ursprünglich hatte der Masterplan Arbeit und Wirtschaft die Entwicklung in Schrodtberg auf das alte Sportgelände begrenzt. Doch die SPD drängt inzwischen auf eine umfassendere gewerbliche Erschließung, die auch Teile von Stöcken/Schrodtberg einschließt. Diese Kehrtwende folgt einem einstimmigen Aufruf der Partei, die Entwicklung in Schrodtberg und Fürkeltrath II zu beschleunigen – obwohl zuvor neue Gewerbegebiete abgelehnt worden waren.
Die Grünen lehnen die Pläne entschieden ab. Helga Bisier, Vertreterin der Partei, argumentiert, dass die Umwandlung Schrodtbergs in ein Industriegebiet seine ökologische Funktion zerstören würde. Das Gebiet ist Teil des Solinger Grünzugs und verbindet sich mit dem Fleußmühlental; es dient als wichtiger Biotopverbund.
Dietmar Gaida, Planungsexperte der Grünen, verwies auf praktische Probleme: Eine Bebauung Schrodtbergs wäre aufgrund der steilen Hänge teuer und schwierig umzusetzen. Zudem warnt er, dass Klagen von Anwohnern das Vorhaben verzögern könnten, falls die Erweiterung vorangetrieben wird.
Statt Schrodtberg zu erschließen, schlagen die Grünen vor, bestehende Gewerbegebiete wie das am Birkenweiher zu nutzen. Gleichzeitig fordern sie den Schutz von Piepersberg West und Fürkeltrath II, da diese Flächen wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Die Partei verlangt, Stöcken/Schrodtberg als geschützte Landschaft auszuweisen, um seinen natürlichen Wert zu bewahren.
Während die FDP den Kurswechsel der SPD unterstützt, bestehen die Grünen darauf, dass die Stadt in der Stadtplanung Natur- und Klimaschutz Priorität einräumen muss. Ihre Haltung spiegelt einen breiteren Appell für eine nachhaltige Flächennutzung wider, die wirtschaftliche Interessen mit ökologischen Belangen in Einklang bringt.
Der SPD-Vorstoß für eine gewerbliche Erschließung Schrodtbergs steht im Konflikt mit den ökologischen Bedenken der Grünen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten rechtliche Auseinandersetzungen und hohe Entwicklungskosten folgen. Die Entscheidung wird zeigen, ob die ökologische Funktion des Gebiets erhalten bleibt – oder ob es einer industriellen Nutzung weichen muss.
