Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi-Puppe: Vom DDR-Kultspielzeug zum teuren Sammlerstück
Die Steffi-Puppe, einst ein begehrtes Spielzeug in der DDR, ist heute ein gesuchtes Sammlerstück. 1966 als heimische Alternative zu Barbie eingeführt, wurde sie zum Symbol für Teenager-Mode hinter dem Eisernen Vorhang. Gut erhaltene Modelle erreichen heute Preise von bis zu 200 Euro.
Steffi wurde von der Designerin Margot Schmied entworfen, die die Puppe nach ihrer eigenen Tochter benannte. Gefertigt wurde sie im staatlichen VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen – einer Stadt, die für ihre Puppenherstellung bekannt war. Mit ihrem robusten, erwachseneren Körperbau und einem strengerem Erscheinungsbild spiegelte Steffi die praktische, aber stilvolle Mode der 1960er-Jahre wider – ein Kontrast zu Barbies schlanker Silhouette.
Für 16 Mark der DDR galt Steffi als teuer, was etwa einem Wochenlohn einiger Arbeiter entsprach. Dennoch blieb die Nachfrage hoch: Bis 1989 produzierte die Fabrik jährlich zwischen 200.000 und 300.000 Puppen. Historische Fotos zeigen Frauen an belebten Fließbändern, die jede Puppe mit Alltagskleidung oder Abendroben ausstatteten.
Steffis Garderobe war zwar nicht so umfangreich wie Barbies, aber funktional und modisch. Auffällig war auch ihre frühe Vielfalt an Hauttönen – für die Zeit ein fortschrittlicher Schritt. Über die DDR hinaus wurde Steffi exportiert und oft an ausländische Würdenträger verschenkt, was dem Staat wertvolle Devisen einbrachte.
Heute sind originale Steffi-Puppen begehrte Sammlerobjekte, deren Preise je nach Zustand und Zubehör zwischen 20 und 200 Euro liegen. Die moderne Steffi LOVE der Simba-Dickie-Gruppe hat hingegen keine Verbindung zum DDR-Original.
Steffis Erbe lebt als Teil der ostdeutschen Kulturgeschichte weiter. Ihr robustes Design und der praktische Stil hoben sie von westlichen Konkurrentinnen ab. Für Sammler bleibt sie eine greifbare Erinnerung an eine vergangene Ära der Spielzeugherstellung und des Alltags in der DDR.