04 February 2026, 08:29

SPD-Pläne für radikale Schulreform in NRW lösen Streit mit CDU aus

Eine große Anzahl gelber Schulbusse, die auf der Seite einer Straße geparkt sind, mit Menschen, die auf dem Gehweg gehen, Strommasten mit Drähten, Laternen, Bäume, Gebäude und ein bewölkter Himmel im Hintergrund.

SPD-Pläne für radikale Schulreform in NRW lösen Streit mit CDU aus

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat Pläne für eine grundlegende Reform des Schulsystems bis 2032 vorgestellt. Sollte die Partei die nächste Landtagswahl gewinnen, will sie die bestehende Struktur durch nur noch zwei weiterführende Schulformen ersetzen: Gymnasien und Gesamtschulen. Der Vorschlag stößt bereits jetzt auf scharfe Kritik der CDU in Solingen, die befürchtet, dass dadurch die Bildungsvielfalt eingeschränkt und berufliche Ausbildungswege beeinträchtigt würden.

Nach den SPD-Plänen sollen Realschulen und andere Schulformen schrittweise abgeschafft werden. Übrig blieben nach der Grundschule nur noch das Gymnasium als akademischer Bildungsweg und die Gesamtschule. Die Partei will die Umstellung im Falle eines Wahlsiegs umsetzen. Kritiker warnen jedoch, dass dadurch die Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sinken, die eine nicht-akademische Laufbahn anstreben.

Simone Lammert, bildungspolitische Sprecherin der CDU, lehnt die Pläne entschieden ab. Sie betont, dass das aktuelle Solinger System mit seinem Mix aus Schulformen – darunter Realschulen mit praxisorientierter Ausbildung – Jugendliche besser auf Lehrstellen und handwerkliche Berufe vorbereite. Die Stadt, bekannt als "Arbeiterhochburg", sei gleichermaßen auf akademische wie auf berufliche Bildungswege angewiesen, so Lammert.

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Torsten Küster, ein weiterer CDU-Vertreter, unterstützt diese Position. Er argumentiert, dass das bestehende differenzierte Schulsystem unterschiedliche Begabungen berücksichtige und das elterliche Wahlrecht achte. Zudem habe der jüngste "Schulfrieden" Fortschritte bei der Sanierung und Modernisierung von Schulgebäuden ermöglicht – Erfolge, die durch tiefgreifende Reformen gefährdet würden.

Lammert fügt hinzu, dass der SPD-Plan die Berufskollegs schwächen würde, die für Solingens Wirtschaft von zentraler Bedeutung sind. Die aktuelle Struktur sorge für nahtlose Übergänge in die duale Ausbildung, insbesondere in Handwerksberufen, die das Rückgrat der lokalen Arbeitswelt bildeten.

Die SPD will das Schulsystem bis 2032 auf nur noch zwei Schulformen reduzieren. Gegner in Solingen warnen, dass dadurch wichtige Ausbildungswege wegfallen und die Abhängigkeit der Stadt von Fachkräften ignoriert werde. Die Debatte spiegelt die grundsätzliche Spannung wider, die in der Region zwischen akademischer und praxisorientierter Bildung herrscht.