Solingen rutscht im Standortranking ab – Politiker fordern dringend Reformen
Tobias ZimmermannSolingen rutscht im Standortranking ab – Politiker fordern dringend Reformen
Solingen ist im aktuellen Standortranking von Die Deutsche Wirtschaft um drei Plätze auf Rang 72 abgerutscht. Die Bemühungen der Stadt um wirtschaftliche Entwicklung wurden trotz einer starken Lebensqualitätsbewertung nur als „befriedigend“ eingestuft. Lokale Politiker haben nun Maßnahmen vorgeschlagen, um den Abwärtstrend umzukehren.
Das Ranking deckte Schwächen in Solingens Infrastruktur, Arbeitsmarkt und Verwaltung auf – alle drei Bereiche erhielten von den Lesern eine schlechte Note von 3,4 von 5 Punkten. FDP-Fraktionschef Jürgen Albermann kritisierte das Fehlen eines Wirtschaftsmasterplans, der seiner Meinung nach längst mit den Entscheidungsträgern hätte geteilt werden müssen.
Albermann forderte schnellere Baugenehmigungen und die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, um Solingens Position zu stärken. Die FDP schlug zudem vor, die hohe Lebensqualitätsbewertung der Stadt – Note 1,9 – zu nutzen, um Fachkräfte aus anderen Regionen anzuwerben. Ein weiterer Vorschlag war der Ausbau familienfreundlicher Infrastruktur wie Kinderbetreuung und Nachmittagsangebote für Schulkinder.
Trotz des Rückschlags bleibt Solingen ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Die Stadt beherbergt 23 der 10.000 umsatzstärksten mittelständischen Unternehmen Deutschlands und liegt damit bundesweit auf Platz 49. Zudem sind hier drei globale Marktführer sowie drei Unternehmen aus Zukunftsbranchen ansässig.
Im aktuellen Ranking belegt Solingen Platz 72 – ein Rückgang um drei Plätze gegenüber dem Vorjahr. Während die Lebensqualität weiterhin überzeugt, bestehen bei Infrastruktur und Verwaltung Nachholbedarf. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, diese Defizite zu beheben und die Attraktivität der Stadt für Unternehmen und Arbeitskräfte zu steigern.
