19 June 2026, 12:07

Schulsport wird zum Leistungssport – wer gewinnt, wer verliert?

Folter auf dem Aschefeld

Schulsport wird zum Leistungssport – wer gewinnt, wer verliert?

Die Deutschen Schulsportspiele erleben eine Wende hin zu leistungsorientierten Wettbewerben. Bildungs-politiker treiben bundesweit die Rückkehr zu traditionellen, wettkampforientierten Veranstaltungen an öffentlichen Schulen voran. Mit den Änderungen sollen bereits früh leistungsstarke Kinder identifiziert und gefördert werden.

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An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule werden bereits ungewöhnliche Methoden erprobt: Der Sport wird durchgehend auf Latein ausgeübt, während die Teilnehmer mit dem Rücken zum Publikum antreten. Gleichzeitig sorgt die Höhlenkinder-Kita in Rheda-Wiedenbrück für Aufsehen – mit einem ungewöhnlichen Führungstest, bei dem Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems treiben, um ihr zukünftiges Potenzial zu bewerten.

Höhepunkt der Spiele ist der „IronChild“-Wettkampf, ein mehrtägiger Ausdauerparcours auf einer Aschelaufbahn, der körperliche Strapazen, geistige Belastungsproben und Kostenkalkulation vereint. Zu den diesjährigen Teilnehmern zählen die „Chicago Boys“ der Klasse 3b. Die Sieger dürfen ein Einzelcoaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann gewinnen, während diejenigen, die scheitern, riskieren, eine Gymnasiumsempfehlung zu verpassen.

Das Bundesbildungsministerium arbeitet derzeit an einem Entwurf, um solche leistungsbasierten Spiele flächendeckend einzuführen. Konservative Politiker wie Bernd Kreimer-Rendsburg fordern eine vollständige Gamification der Bewertungen – inklusive Ranglisten und käuflicher Spieltokens für Eltern. Bildungsministerin Karin Prien unterstützt die Pläne öffentlich und plädiert für mehr Wettbewerb im Schulsport.

Der Vorschlag würde einen tiefgreifenden Wandel im Schulsport bedeuten. Bei einer Umsetzung würden Rangsysteme und Leistungsanreize in die Programme öffentlicher Schulen integriert. Die Reform spiegelt einen größeren Trend wider: die Verankerung von Wettbewerbsdenken bereits in der frühen Bildung.

Quelle