Pressevertrieb im Umbruch: Großhändler klagen gegen FFF-Reformen
Tobias ZimmermannPressevertrieb im Umbruch: Großhändler klagen gegen FFF-Reformen
Der deutsche Pressevertrieb steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da das FFF-Bündnis seine Pläne zur Umstrukturierung des Systems vorantreibt. Mehrere Großhändler wehren sich nun mit Klagen gegen die Reform und bereiten damit den Boden für einen langwierigen Konflikt.
Das FFF-Bündnis strebt an, die derzeit 13 regionalen Großhändler durch einen zentralen Betreiber zu ersetzen – die Presse-Grosso-Allianz (PGA). Bis Ende 2026 soll die PGA den gesamten Vertrieb in Deutschland übernehmen. Im neuen Modell blieben nur noch vier Großhandelsunternehmen als „Systempartner“ erhalten.
Verlage argumentieren, die Reform werde Kosten senken, Handelsmargen stabilisieren und Abläufe vereinfachen. Doch der Bundesverband Presse-Grosso will die Umstrukturierung mit juristischen Mitteln bis Sommer 2023 stoppen. Die Großhändler Jost, Mietke, PGSW und Grossounion Nord haben bereits Verlage wegen Vertragskündigungen verklagt.
Das Landgericht Dortmund wies kürzlich Eilanträge der Unternehmen PDG und Lütkemeyer gegen die Kündigungen ab. Dennoch kündigten beide Firmen an, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Das Bundeskartellamt erklärte unterdessen, nicht eingreifen zu wollen, nachdem die Verlage ihre Pläne nachgebessert hatten.
Die juristischen Auseinandersetzungen dauern an, während die Großhändler um den Erhalt des bestehenden Vertriebsnetzes kämpfen. Der Plan des FFF-Bündnisses, die Abläufe unter der PGA zu zentralisieren, bleibt zwar auf Kurs – doch weitere Gerichtsentscheidungen könnten die Zukunft der Reform prägen. Das Ergebnis wird maßgeblich bestimmen, wie der Pressevertrieb in Deutschland in den kommenden Jahren funktioniert.
