10 February 2026, 06:12

Pferde im Kölner Rosenmontagszug: Tradition oder Tierquälerei?

Ein Gemälde eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die auf Pferden vor einem geschmückten Motivwagen reiten, vor einem Hintergrund mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Pferde beim Rosenmontagszug in Köln? Für und Wider - Pferde im Kölner Rosenmontagszug: Tradition oder Tierquälerei?

Pferde bleiben ein zentraler Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs – trotz wachsender Bedenken um ihr Wohl

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Trotz zunehmender Kritik am Tierschutz werden in diesem Jahr rund 230 Pferde am Kölner Rosenmontagszug teilnehmen – ihre Zahl geht jedoch stetig zurück. Gegner der Tradition argumentieren, dass der Umzug für die Tiere unnötigen Stress bedeutet: laute Menschenmengen, Musik und fliegende Kamelle lösen bei den Tieren immer wieder sichtbare Angst aus.

Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund fordern seit Langem ein generelles Verbot von Pferden bei Karnevalsumzügen. Sie verweisen auf Vorfälle wie den Unfall 2018 in Köln, als scheu gewordene Kutschpferde durchgingen und mehrere Menschen verletzten. Solche Zwischenfälle zeigen die Gefahren für Tiere und Zuschauer gleichermaßen auf.

Die Kölner Veranstalter haben zwar strengere Richtlinien eingeführt, um den Stress für die Pferde zu verringern: Ruhebereiche sind nun Pflicht, Tierärzte sind vor Ort, und die Handler müssen eine spezielle Ausbildung nachweisen. Auch das Festkomitee verlangt von den Teilnehmern Qualifikationsprüfungen, um eine bessere Kontrolle zu gewährleisten. Dennoch betonen Kritiker, dass die Umgebungsbedingungen grundlegend schädlich bleiben.

Bisher hat nur eine deutsche Stadt, Bonn, Pferde seit 2021 offiziell von ihrem Umzug ausgeschlossen. Andere Städte sind diesem Beispiel nicht gefolgt, sodass die Kölner Tradition largely unverändert bleibt. Selbst der renommierte Karnevalskünstler Jacques Tilly hat sich kritisch geäußert und die Praxis als überholt und unzeitgemäß bezeichnet.

Die Zahl der Pferde im Kölner Zug ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken: Während vor einem Jahrzehnt noch etwa 500 Tiere mitliefen, sind es in diesem Jahr nur noch 230 – ein Rückgang, der den Wandel der Einstellungen widerspiegelt, wenn auch noch keinen vollständigen Bruch mit der Tradition.

Der Kölner Rosenmontagszug wird also auch in diesem Jahr mit Pferden stattfinden, wenn auch unter verschärften Auflagen. Die Debatte um ihr Wohl dauert an, und ein flächendeckendes Verbot über Bonn hinaus ist nicht in Sicht. Fürs Erste versuchen die Veranstalter, Tradition und Tierschutz in Einklang zu bringen – doch der Druck von Aktivisten und Künstlern lässt nicht nach.