Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Betroffene oft leer ausgehen
Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) weist auf Mängel bei Pfändungsschutzkonten (P-Konten) hin
Während der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni macht die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) auf gravierende Lücken im deutschen System der Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufmerksam. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, fordert von der Politik entschlossenere Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Kontoinhaber. Häufig würden Gelder blockiert, was Betroffene in finanzielle Not bringe.
P-Konten sollen eigentlich einen gesetzlich festgelegten monatlichen Freibetrag vor Pfändungen schützen. Doch in der Praxis kommen Banken dieser Verpflichtung oft nicht fristgerecht nach. Die Verzögerungen führen dazu, dass viele Kontoinhaber nicht auf dringend benötigte Mittel zugreifen können.
Die Caritas Kempen-Viersen, die in Viersen, Dülken und Schwalmtal Schuldnerberatungsstellen betreibt, verzeichnet regelmäßig Fälle, in denen die Umstellung auf ein P-Konto nicht rechtzeitig nach den Pfändungsvorschriften erfolgt. Monatlich sind in Deutschland zwischen 300.000 und 350.000 Konten von Pfändungen betroffen.
Stahn-Florian kritisiert fehlende klare rechtliche Standards und eine uneinheitliche Umsetzung. Sie plädiert für leicht zugängliche Beratungsangebote, besser geschultes Personal und einheitliche Sanktionen bei Verstößen. Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz, ebenfalls Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, eine Telefon-Sprechstunde für Ratsuchende an.
Mit ihrer Kampagne will die AG SBV auf die Systemmängel bei P-Konten aufmerksam machen. Verzögerungen und rechtliche Unklarheiten belasten weiterhin Zehntausende Kontoinhaber. Beraterinnen und Berater drängen auf Reformen, um einen zuverlässigen und zeitnahen Schutz für Gefährdete zu gewährleisten.






