Panne enthüllt geheime Atomtransport-Route durch NRW – wie konnte das passieren?
Tim PetersPanne enthüllt geheime Atomtransport-Route durch NRW – wie konnte das passieren?
Versehentlich veröffentlicht: Drohnen-Flugverbot über Autobahnen in NRW enthüllt Details zu Atomtransport
Ein versehentlich veröffentlichtes Drohnen-Flugverbot entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ist auf einer Regierungsplattform aufgetaucht. Der Fehler brachte vertrauliche Informationen über einen bevorstehenden Transport von Atomabfällen ans Licht. Die Behörden haben die Daten zwar inzwischen entfernt, aber noch nicht erklärt, wie es zu dem Fehler kommen konnte.
Die Digitale Plattform für Unbemannte Luftfahrt (DPUA) des Bundesverkehrsministeriums hatte die Flugverbotszone am Mittwochabend veröffentlicht. Die gesperrten Routen erstrecken sich von Jülich bis nach Ahaus, wo ein Transport mit einem Castor-Behälter geplant ist. Betroffen waren wichtige Verkehrsadern wie die A44 zwischen Jülich und Ratingen, die A52 in Richtung Oberhausen sowie die B8 durch das Ruhrgebiet. Zudem galten Einschränkungen für die B474, die B54 und kleinere Straßen in der Nähe der Zwischenlager in Jülich und Ahaus.
Ursprünglich waren diese Flugverbotszonen bereits 2004 und 2005 für einen früheren Castor-Transport eingerichtet worden, der für den 16. November 2005 vorgesehen war. Beim nun anstehenden Transport handelt es sich um Brennelemente aus einem 1988 stillgelegten Forschungsreaktor, die in ein Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden sollen. Solche Transporte gelten als geheim, da sie ein potenzielles Ziel für Terroranschläge oder Proteste darstellen.
Die Details blieben bis Donnerstag öffentlich einsehbar, bevor sie gelöscht wurden. Das Verkehrsministerium hat auf eine Anfrage des WDR zu dem Vorfall bisher nicht reagiert. Die Ursache für den Fehler ist weiterhin unklar.
Die versehentliche Veröffentlichung wirft Fragen nach den Sicherheitsvorkehrungen bei Atomtransporten auf. Die normalerweise streng geheim gehaltenen Routen waren für kurze Zeit für jeden zugänglich. Die Behörden haben bisher nicht dargelegt, wie es zu dem Datenleck kam und welche Maßnahmen ergriffen werden, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.






