Paderborns Stadion leuchtet nachts – doch das Licht sorgt für Streit
Jana HerrmannPaderborns Stadion leuchtet nachts – doch das Licht sorgt für Streit
Seit einigen Wochen erhellt ein greller Schein den Nachthimmel über dem Fußballstadion in Paderborn. Das ungewöhnliche Phänomen stammt von einer künstlichen Pflanzenbeleuchtung, die installiert wurde, um den Rasen in Schuss zu halten. Zwar soll die Technologie das Grün gesund erhalten – doch sie hat auch Bedenken wegen Lichtverschmutzung in der Region ausgelöst.
Das hochmoderne Beleuchtungssystem des Stadions in Paderborn wurde eingeführt, um teure Rasensanierungen im Frühjahr zu vermeiden. Sensoren und eine spezielle Software berechnen den genauen Bedarf des Belags und passen das Lichtspektrum für optimales Wachstum an – selbst im Winter. Der benötigte Strom stammt aus ökologischer Quelle: Er wird von Westfalenwind bereitgestellt.
Doch das künstliche Licht ist weit über das Stadion in Paderborn hinaus sichtbar und hat bereits für Verwirrung gesorgt. Einige Anwohner hielten den hellen Strahl für ein Notsignal und alarmierten die Behörden. Die Volkssternwarte Paderborn kritisierte die Lichtverschmutzung und warnte, sie störe die natürliche Dunkelheit des Nachthimmels.
Als Reaktion darauf hat der Verein zugesagt, die Anlage künftig bereits um 22 Uhr abzuschalten. Ob und wie viele andere deutsche Stadien ähnliche Beleuchtungssysteme nutzen, ist nicht bekannt – unklar bleibt also, wie verbreitet das Problem ist.
Die Pflanzenlampen werden nun mit reduzierten Betriebszeiten laufen, um die Auswirkungen auf die Umgebung zu begrenzen. Die Maßnahme soll einen Kompromiss zwischen Rasenpflege und Umweltschutz in Paderborn schaffen. Ob andere Stadien diesem Beispiel folgen, bleibt abzuwarten.
