20 April 2026, 14:16

NRW verschärft Öko-Regeln für Freiflächen-Solarparks – doch die Branche warnt vor Folgen

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen auf einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Eisenbahnschiene.

NRW verschärft Öko-Regeln für Freiflächen-Solarparks – doch die Branche warnt vor Folgen

Nordrhein-Westfalens Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht. Das Dokument führt ein Punktesystem ein, um zu standardisieren, wie Projektentwickler Ausgleichsmaßnahmen für die Flächennutzung berechnen. Kritiker warnen jedoch, dass strengere Vorgaben die Wirtschaftlichkeit vieler Vorhaben gefährden könnten.

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Der Leitfaden bewertet verschiedene Bereiche einer Photovoltaikanlage auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Zonen, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet, während Flächen direkt unter den Solarmodulen in der Regel ebenfalls mit einem Punkt eingestuft werden – sie gelten damit als gleichwertig mit Schotterflächen.

Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen gestaltet sich komplexer. Hier hängt die Punktzahl vom angestrebten Biotop ab, wobei Abzüge drohen, wenn die ökologischen Ziele nicht erreicht werden. Um die Naturverträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde größere Reihenabstände von mindestens fünf Metern, eine Mindesthöhe der Module von 0,8 Metern sowie eine fundamentfreie Bauweise.

Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW) hat Bedenken geäußert. Der Verband hinterfragt die wissenschaftliche Fundierung der Annahmen im Leitfaden und warnt, dass höhere Ausgleichsanforderungen viele Solarprojekte unwirtschaftlich machen könnten. Das Land hält dennoch an seinen Ausbauzielen fest: Bis 2030 sollen 21 bis 27 Gigawatt Solarleistung installiert sein, bis 2040 sogar 50 Gigawatt – wobei Freiflächenanlagen eine zentrale Rolle spielen.

Der neue Leitfaden setzt einheitliche Standards für ökologische Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland. Entwickler müssen nun strengere Umweltauflagen mit den Projektkosten in Einklang bringen. Wird das System flächendeckend übernommen, könnte es maßgeblich beeinflussen, wie künftige Solarparks in Nordrhein-Westfalen geplant und genehmigt werden.

Quelle