NRW plant härtere Strafen: Schulen erhalten mehr Macht gegen gewalttätige Schüler
Jana HerrmannNRW plant härtere Strafen: Schulen erhalten mehr Macht gegen gewalttätige Schüler
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen drängt auf schärfere Maßnahmen, um die zunehmende Gewalt und Störungen an Schulen einzudämmen. Ein neuer Gesetzentwurf des Bildungsministeriums sieht vor, Lehrkräften und Schulleitungen mehr Befugnisse zu geben, um Schülerinnen und Schüler schneller vom Unterricht ausschließen zu können. Der Vorstoß folgt auf Berichte über wachsende Aggression – die Mehrheit der Schulleiter verzeichnet in den letzten Jahren mehr Vorfälle.
Aktuelle Umfragen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung an Schulen in Nordrhein-Westfalen. Den Daten zufolge berichteten 66 Prozent der Schulleiter im Land von einem Anstieg der Gewalt in den vergangenen fünf Jahren – ein höherer Wert als der Bundesschnitt von 60 Prozent. Noch alarmierender: 73 Prozent der Befragten hatten mit Gewalt gegen Lehrkräfte zu tun, während 43 Prozent körperliche Angriffe bestätigten.
Die geplanten Reformen zielen darauf ab, Schulen in solchen Fällen klarere rechtliche Handlungsgrundlagen zu geben. Nach den neuen Regeln könnten Schulleitungen Schüler bei schweren Störungen oder akuter Gefahr vorübergehend in andere Klassen versetzen oder für bis zu zwei Tage vom Unterricht ausschließen. In besonders gravierenden Fällen wäre ein Ausschluss vom Unterricht, von bestimmten Fächern oder schulischen Veranstaltungen für bis zu vier Wochen möglich.
Das Gesetz soll zudem die Reaktion von Schulen auf Drohungen und aggressive Vorfälle im Schulalltag verbessern. Zwar wurden in Städten wie Köln und Düsseldorf seit 2023 ähnliche Interventionskonzepte in Pilotprojekten erprobt, doch landesweite Daten dazu, wie viele Schulen diese bereits umsetzen, liegen noch nicht vor. Der Landesvorsitzende des Schulleiterverbandes betont, dass ausreichend Personal entscheidend sei, damit die Maßnahmen greifen.
Sollte der Entwurf verabschiedet werden, erhalten die Schulen in Nordrhein-Westfalen mehr Instrumente, um Gewalt und Störungen zu bekämpfen. Die Änderungen sollen Lehrkräften und Schulleitungen mehr Rechtssicherheit und Handlungsspielraum in schwierigen Situationen bieten. Ob die Maßnahmen jedoch wirken, hängt maßgeblich von ausreichender Personalausstattung und Ressourcen ab.






