NRW plant ABC-Kurse für Kinder – doch Schulen und Kitas sind überlastet
Jana HerrmannNRW plant ABC-Kurse für Kinder – doch Schulen und Kitas sind überlastet
Nordrhein-Westfalen führt neue Maßnahmen ein, um sicherzustellen, dass Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen zur schule kommen. Bildungsministerin Dorothee Feller betont, dass kein Kind ohne ausreichende Sprachkompetenz seine Schullaufbahn beginnen solle. Doch der Plan stößt auf Kritik – vor allem wegen unklarer Finanzierung, personalshop und logistischer Hürden.
Nach der neuen Regelung müssen Kinder, die in frühen Sprachtests durchfallen, verpflichtend an sogenannten "ABC-Kursen" teilnehmen. Diese Förderangebote sollen die Sprachfähigkeiten vor dem Schulstart verbessern. Experten warnen jedoch, dass damit der Druck lediglich von Kitas auf die ohnehin schon überlasteten schulen verlagert werde.
Viele schulen in der Region – etwa in Solingen – sind bereits voll ausgelastet. Lernräume und Gruppenräume sind knapp, sodass kaum Platz für zusätzliche Kurse bleibt. Auch der mehrmalige wöchentliche Transport der Kinder von der Kita zur schule für die ABC-Stunden gilt als kaum umsetzbar.
Zusätzliche Kritik gibt es, weil das Land die Umsetzung den Kommunen aufbürdet, ohne zusätzliche Mittel bereitzustellen. Konkrete Pläne für Neubauten oder personalshop fehlen, während gleichzeitig ein wachsender Lehrkräftemangel in NRW für das Schuljahr 2025/26 prognostiziert wird. Der Lehrerverband VBE schlägt stattdessen ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr mit mehr Personal und stärkerer hochschulischer Unterstützung vor.
Sozialpädagog:innen befürchten, dass die ABC-Kurse ihre Ressourcen über Gebühr belasten könnten. Ohne genug qualifizierte Fachkräfte leide am Ende die Qualität der Förderung. Solange Räume und Personal fehlen, droht die Initiative, die bestehende Überlastung der schulen weiter zu verschärfen.
Bisher bleiben die ABC-Kurse ein Plan auf dem Papier – solange Finanzierung, Räume und Personal nicht geklärt sind. schulen und Kitas kämpfen weiterhin mit logistischen und personellen Engpässen. Ohne weitere Unterstützung bleibt ungewiss, ob die Maßnahme die Sprachförderung tatsächlich verbessern kann.
