NRW-Kitas am Limit: 4.000 Beschäftigte warnen vor Systemkollaps durch chronische Unterfinanzierung
Tim PetersNRW-Kitas am Limit: 4.000 Beschäftigte warnen vor Systemkollaps durch chronische Unterfinanzierung
Über 4.000 Beschäftigte aus Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen haben sich einer kollektiven Gefährdungsanzeige angeschlossen, die von ver.di organisiert wurde. Die Gewerkschaft warnt, dass das System der frühkindlichen Bildung aufgrund chronischer Unterfinanzierung und schlechter Arbeitsbedingungen vor dem Kollaps steht.
In der Anzeige werden schwerwiegende Bedenken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgegriffen. Die Beschäftigten fordern mehr Raum und Zeit für die Kinder, um professionelle und gesunde Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Zudem verweisen sie auf Personalmangel, häufige Ausfälle und ein unzureichendes Betreuungsschlüssel als zentrale Gefahren für die Stabilität der Kita-Versorgung.
Der ver.di-Fachbereichsleiter Tjark Sauer betonte, dass viele Einrichtungen in NRW unter finanzieller Belastung leiden. Das aktuelle Pauschalfördermodell decke die tatsächlichen Kosten nicht ab, so Sauer. Ein bedarfsgerechtes Finanzierungssystem sei unverzichtbar, um die frühkindliche Bildung zu stabilisieren.
Gabriele Schmidt, Landesleiterin von ver.di NRW, ergänzte, dass sich die Bedingungen zunehmend verschlechtert hätten und der Sektor für Fachkräfte unattraktiver werde. Die Standards hätten dadurch gelitten, so Schmidt. Die Gewerkschaft fordert die Landesregierung auf, im Rahmen der KiBiZ-Reform zusätzliche Mittel für Kitas bereitzustellen und das Finanzierungssystem grundlegend zu reformieren.
Ohne schnelles Handeln drohe der Zusammenbruch des Kita-Systems, warnt ver.di – mit gravierenden Folgen für Beschäftigte und Kinder. Nachhaltige Finanzierung und bessere Arbeitsbedingungen seien dringend nötig, um den weiteren Verfall der frühkindlichen Bildung zu stoppen.






