02 May 2026, 04:08

NRW-Experten entschärften 2024 über 7.000 Bomben und Granaten aus dem Krieg

Zwei Männer in Schutzausrüstung inspizieren eine große, spitz zulaufende zylindrische Rakete, die wie eine Atombombe aussieht, auf einem Flugzeugträger.

NRW-Experten entschärften 2024 über 7.000 Bomben und Granaten aus dem Krieg

Nordrhein-Westfalens Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) bearbeitete im vergangenen Jahr über 35.500 Anfragen – vor allem von Bauprojekten, die aus Sicherheitsgründen überprüft werden mussten. Allein 2024 beseitigte das Team 7.266 explosive Altlasten, darunter Bomben und Granaten aus Kriegszeiten. Hinter diesen Einsätzen steht eine hochspezialisierte Einheit, die auf Präzision, modernste Technik und Experten wie Andreas Otte setzt.

Der KBD ist den fünf Bezirksregierungen Nordrhein-Westfalens unterstellt und konzentriert sich auf die Entschärfung von Kriegsmunition. Seine Arbeit sichert nicht nur Baumaßnahmen ab, sondern schützt auch die öffentliche Sicherheit. Im vergangenen Jahr räumte der Dienst 1.606 Bomben, 2.496 Granaten sowie weitere Sprengkörper.

Kernstück dieser Einsätze ist die USBV-Sprengstoffbeseitigungseinheit des Landeskriminalamts (LKA), die seit 1981 aktiv ist. Das 15-köpfige Team, zu dem auch Andreas Otte gehört, wird jährlich zu rund 800 Einsätzen gerufen – etwa 300 davon betreffen Bombenentschärfungen, nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in anderen Bundesländern.

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Otte, ein ausgebildeter USBV-Experte, trägt bei seinen Einsätzen einen Kevlar-Anzug mit Keramikplatten und einen Spezialhelm. Das rund 40 Kilogramm schwere Schutzsystem benötigt 15 Minuten zum Anlegen und kostet etwa 60.000 Euro – Handschuhe sucht man vergeblich, denn bei der Handhabung von Sprengstoff kommt es auf millimetergenaue Präzision an.

Das LKA setzt moderne Entsorgungsfahrzeuge mit ferngesteuerten Robotern ein. Laut Protokoll müssen alle Entschärfungen aus der Distanz erfolgen, um das Risiko für die Einsatzkräfte zu minimieren. Otte betont, dass in diesem Beruf kein Platz für Routine oder Nachlässigkeit ist – jeder Einsatz erfordert absolute Konzentration.

Die Bilanz des KBD für 2024 unterstreicht die anhaltende Gefahr durch Kriegsaltlasten in Deutschland. Mit Tausenden geborgenen Sprengkörpern und Zehntausenden bearbeiteten Anfragen bleibt die Arbeit der Einheit unverzichtbar. Teams wie das von Andreas Otte setzen weiterhin auf Fachwissen, Technik und strenge Sicherheitsvorkehrungen, um die Bevölkerung zu schützen.

Quelle