Neuss: Polizei setzt auf kostenlose Kriminalprävention für Jugendliche und Senioren
Hannah PetersNeuss: Polizei setzt auf kostenlose Kriminalprävention für Jugendliche und Senioren
Die Polizei des Rhein-Kreises Neuss hat ihr Angebot zur Kriminalprävention um eine Reihe kostenloser Initiativen erweitert. Dazu gehört das Programm "Kurve kriegen", das jungen Straftätern helfen soll, ein Leben in der Kriminalität zu vermeiden. Die Behörde bietet zudem Vorträge, Beratungen und Unterstützung für Opfer – von sexualisierter Gewalt bis hin zum Einbruchschutz.
Anwohner können diese Dienstleistungen über lokale Ansprechpartner nutzen, darunter pädagogische Fachkräfte und Polizisten, die sich der Gemeinschaftssicherheit widmen.
Das Programm "Kurve kriegen" richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren, die im vergangenen Jahr Gewaltdelikte oder Eigentumsstraftaten begangen haben. Unter der Leitung der Kriminalinspektion wird hier freiwillige und kostenfreie Unterstützung angeboten, um zu verhindern, dass die Jugendlichen weiter in die Kriminalität abrutschen. Das Programm wurde bereits erfolgreich evaluiert.
Die Hauptkommissare Ira Klug und Christoph Kaiser leiten die Initiative, während die pädagogischen Fachkräfte Sara Glanz und Sebastian Vogt ihr Fachwissen einbringen. Wer Hilfe sucht, kann sich an das Dienstgebäude an der Jülicher Landstraße in Neuss wenden oder eine E-Mail an [email protected] senden.
Neben der Jugendarbeit hält die Polizei Vorträge zu Themen wie Kinderschutz, Drogenprävention und Internetkriminalität. Ein 60- bis 80-minütiger Vortrag mit dem Titel "Wie schütze ich mein Kind vor sexualisierter Gewalt?" steht Kindergärten und Grundschulen zur Verfügung. Ein weiterer zweistündiger Workshop, unterstützt durch eine PowerPoint-Präsentation, behandelt Verhaltensweisen in riskanten Situationen – insbesondere für ältere Menschen. Themen sind unter anderem der Umgang mit Fremden, verdächtige Anrufe und wann die Notrufnummer 110 gewählt werden sollte.
Opfer von Missbrauch oder häuslicher Gewalt können sich vertraulich und kostenlos an die Neusser Frauenberatungsstelle und den Kinderschutzambulanz wenden. Die Polizei verteilt zudem die Broschüre "Sexualisierte Gewalt – Missbrauch verhindern!" und bietet individuelle Beratung zum Einbruchschutz für Wohnungen und Unternehmen an. Präventionstipps sind online unter www.polizei-beratung.de abrufbar.
Falls der konkrete Verdacht auf eine Straftat besteht, sind die Beamten gesetzlich verpflichtet, nach § 163 der Strafprozessordnung (StPO) Ermittlungen aufzunehmen. Die Polizei betont jedoch, dass ihre Aufgabe über die Strafverfolgung hinausgeht: Durch Aufklärung und Präventionsarbeit sollen Kriminalitätsmöglichkeiten verringert und schädliches Verhalten entmutigt werden.
Die Polizei des Rhein-Kreises Neuss stellt damit ein erweitertes Instrumentarium bereit, um Kriminalität zu bekämpfen und Opfern zu helfen. Von der frühen Intervention bei jungen Straftätern bis hin zu praktischen Ratschlägen für Senioren – die Angebote sind auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft zugeschnitten. Alle Vorträge, Beratungen und Materialien bleiben kostenfrei, um die Zugänglichkeit für Bürger und lokale Einrichtungen zu gewährleisten.






