Münsteraner CDU setzt auf parteilose Kandidatin – und lässt Oberbürgermeister Grube fallen
Hannah PetersMünsteraner CDU setzt auf parteilose Kandidatin – und lässt Oberbürgermeister Grube fallen
Die Münsteraner CDU hat dem amtierenden Oberbürgermeister Ulf-Marcus Grube für die anstehende Wahl o mat die Unterstützung entzogen. Stattdessen spricht sich die Partei für die parteilose Kandidatin Anna Adamczak aus – ein bemerkenswerter Kurswechsel in der lokalen Politik. Die Entscheidung folgt einer Abstimmung, bei der sich 56 Prozent der Mitglieder für Adamczak und gegen Grube aussprachen. Grube hatte die Wahlen 2021 nur knapp für sich entschieden, tritt nun aber ohne Parteirückenwind an.
Offizieller CDU-Kandidat für das Bürgermeisteramt ist zwar Dr. Georg Lunemann. Doch bei einer jüngsten Parteiversammlung stimmten 22 von 39 Mitgliedern für Adamczak, während nur 14 Grube unterstützten. Diese interne Spaltung veranlasste die CDU schließlich, Adamczak zu empfehlen – obwohl sie als Unabhängige antritt.
Adamczak kann bereits auf die Unterstützung der Münsteraner Union und der Grünen zählen. Die SPD hingegen schickt Marco Tews ins Rennen. Ein weiterer Bewerber ist Dirk Sobczak, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der zum zweiten Mal als Parteiloser kandidiert.
Die Wahl findet statt, während in Niedersachsen weiterhin die umstrittenen Pensionsregeln für Bürgermeister gelten: Wer das Amt eine volle Amtszeit innehat, erhält unabhängig von Alter oder Wiederwahl eine lebenslange Rente. Diese Regelung verleiht dem Rennen zusätzliche finanzielle Brisanz, da der Sieger oder die Siegerin damit langfristig abgesichert ist.
Grube, der 2021 nur mit hauchdünnem Vorsprung gewann, muss nun ohne Parteibacking antreten. Adamczak geht mit breiter, parteiübergreifender Unterstützung ins Rennen, während Tews und Sobczak für weitere Konkurrenz sorgen. Das Ergebnis wird nicht nur über die künftige Führung Münsters entscheiden, sondern auch, wer unter den aktuellen Landesregelungen Anspruch auf eine lebenslange Pension erhält.
