16 March 2026, 06:08

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: 485 Opfer und keine Konsequenzen für Täter

Ein Buch mit Bildern und Texten, die die Geschichte der Katholischen Kirche dokumentieren, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: 485 Opfer und keine Konsequenzen für Täter

Ein aktueller Bericht über Missbrauch im Erzbistum Paderborn hat 485 Opfer und über 200 beschuldigte Kleriker zwischen 1941 und 2002 aufgedeckt. Trotz der Erkenntnisse wurde gegen keinen der Beschuldigten offiziell disziplinarisch vorgegangen. Unterdessen versammelten sich Überlebende und lokale Katholiken in Dortmund, um Rechenschaftsforderung und Unterstützung für die Betroffenen einzufordern.

Rund 200 Katholiken nahmen in Dortmund an einer Veranstaltung teil, die sich mit dem Missbrauchsskandal befasste. Viele Überlebende berichteten von ihren Kämpfen, darunter anhaltende Schuldgefühle, die mit den kirchlichen Lehren zur Sexualmoral zusammenhängen. Ein Teilnehmer schlug vor, das Erzbistum solle ein Prozent seines Vermögens für Entschädigungszahlungen und Renten an die Opfer verwenden.

Erzbischof Udo Markus Bentz versicherte den Anwesenden, die Kirche werde Entschädigungen leisten. Er betonte, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer Zahlungen erhalten hätten. Michael Heltner, ein Missbrauchsüberlebender, forderte jedoch mehr als nur finanzielle Unterstützung – er verlangte angemessene psychologische Betreuung für die Geschädigten.

Als symbolische Geste hat die Kirche QR-Codes auf den Gräbern von in den Skandal verwickelten Bischöfen angebracht. Wer diese Codes scannt, erhält Informationen über deren Leben und Vergehen. Das Erzbistum rief zudem die Gemeinden auf, den Skandal offener zu thematisieren, und schlug einen eigenen Sonntag zur Reflexion um den 18. November herum vor – dem Gedenktag für Opfer sexueller Gewalt.

Erzbischof Bentz wird in den kommenden beiden Tagen mit Gläubigen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück zusammenkommen.

Der Bericht zeigt eine lange Geschichte des Missbrauchs auf, doch seit seiner Veröffentlichung wurde kein Kleriker zur Rechenschaft gezogen. Zwar wurden Entschädigungen angeboten, doch die Überlebenden bestehen auf umfassendere Unterstützung. Die nächsten Schritte der Kirche werden entscheiden, wie sie die langfristigen Folgen für die Opfer bewältigt und selbst Verantwortung übernimmt.

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