Mindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch Kritik bleibt laut
Die Mindestlohnkommission Deutschlands hat eine schrittweise Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns beschlossen. Die erste Anpassung tritt am 1. Oktober 2024 in Kraft, eine zweite Erhöhung folgt im Januar 2025. Die Entscheidung ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Sozialverbänden.
Die Kommission einigte sich auf eine Erhöhung um 36 Cent pro Stunde ab Oktober. Zu Beginn des kommenden Jahres wird der Mindestlohn um weitere 41 Cent steigen. Die Anpassungen bleiben jedoch hinter den Forderungen sozialer Verbände zurück, die einen Mindestlohn von 14 Euro oder mehr pro Stunde gefordert hatten.
Heike Herrig, Vorsitzende des VdK-Sozialverbands in Solingen-Remscheid, berechnete die Auswirkungen der ersten Erhöhung: Bei einer 40-Stunden-Woche steigt das monatliche Bruttogehalt eines Mindestlohnempfängers um 71,34 Euro. Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des DGB, kritisierte das Ergebnis scharf und warnte, dass fast sechs Millionen Mindestlohnbezieher einen spürbaren Reallohnverlust erleiden würden.
Arbeitgeber hatten sich gegen höhere Forderungen ausgesprochen und diese als unrealistisch bezeichnet. Sie argumentierten, dass starke Erhöhungen zu Stellenabbau in Niedriglohnbranchen führen könnten. Die endgültige Entscheidung der Kommission fiel nicht einstimmig aus und spiegelt die gespaltenen Meinungen unter ihren Mitgliedern wider.
Der Mindestlohn wird nun in zwei Schritten steigen – zunächst um 36 Cent, dann um weitere 41 Cent. Während Gewerkschaften ihre Enttäuschung äußerten, hatten Arbeitgeberverbände zuvor vor deutlich stärkeren Erhöhungen gewarnt. Die Änderungen werden ab Oktober Millionen Beschäftigte im ganzen Land betreffen.






