08 February 2026, 00:09

Minden kämpft mit "Angstkarten" gegen Unsicherheit von Frauen im öffentlichen Raum

Eine Gruppe von Frauen, die auf einem Zug mit Türen auf beiden Seiten und Lampen oben stehen, dargestellt in Schwarz-Weiß.

Minden kämpft mit "Angstkarten" gegen Unsicherheit von Frauen im öffentlichen Raum

Neues Projekt in Minden: "Angstkarten" sollen Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum verbessern

Die Stadt Minden geht mit einer neuen Initiative gegen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Frauen in öffentlichen Räumen vor. Mithilfe einer sogenannten "Angstkarte" werden Bereiche markiert, in denen sich Anwohnerinnen und Anwohner – besonders nach Einbruch der Dunkelheit – unsicher fühlen. Die Verantwortlichen erhoffen sich von dem Projekt bessere Beleuchtung, eine verbesserte Infrastruktur und mehr Selbstvertrauen für diejenigen, die sich nachts in der Stadt bewegen.

Das im Jahr 2024 gestartete System der Angstkarten hat bereits 68 Orte in Minden identifiziert, an denen sich Menschen unwohl fühlen. Dazu zählen schlecht beleuchtete Straßen sowie der Bahnhof Löhn, den viele Frauen nachts allein meiden. Andrea Heimbruch, eine Anwohnerin, beschrieb das Warten am Bahnhof nach Dunkelheit als beunruhigend.

Bahnhöfe lösen oft Ängste aus – bedingt durch ihre offene Bauweise und die Isolation auf den Bahnsteigen. Zwar zeigen Polizeistatistiken, dass es am Bahnhof Löhn vor allem zu Fahrraddiebstählen und weniger zu Gewaltverbrechen kommt, doch das subjektive Sicherheitsgefühl bleibt beeinträchtigt. Die Stadt reagiert darauf mit einer Umgestaltung des Bahnhofs zu einem einladenderen Ort: Geplant sind eine Bibliothek, Gemeinschaftsveranstaltungen und eine bessere Barrierefreiheit. Die Bauarbeiten sollen im Februar 2025 beginnen.

Zusätzlich können Bürgerinnen und Bürger unsichere Orte über ein spezielles Meldesystem melden. Unterdessen organisierte Marie Fischer, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, kürzlich einen Nightwalk. Ziel der Aktion war es, Frauen zu ermutigen, sich öffentliche Räume zurückzuerobern und mehr Sicherheit beim nächtlichen Unterwegssein zu gewinnen.

Mit der Angstkarte und der Bahnhofssanierung will Minden langjährige Sicherheitsbedenken angehen. Durch die Kombination von Infrastrukturmaßnahmen und Bürgerbeteiligung hofft die Stadt, das Unbehagen in gefährdet wahrgenommenen Bereichen zu verringern. Als nächste Schritte stehen die Auswertung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung an.

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