Maxim-Gorki-Theater feiert Abschied mit Wehmut und postmigrantischem Erbe
Tobias ZimmermannMaxim-Gorki-Theater feiert Abschied mit Wehmut und postmigrantischem Erbe
Das Maxim-Gorki-Theater verabschiedete sich mit einem Abschiedsabend von seinem künstlerischen Erbe
Mit einer feierlichen Abschiedsgala markierte das Maxim-Gorki-Theater seinen vorläufigen Schlussvorhang und würdigte zugleich die Ära der scheidenden Intendantin Shermin Langhoff. Ein Konzert und eine anschließende Feier unterstrichen den Einfluss des Hauses auf die moderne deutsche Bühnenszene.
Der Abend begann mit einer Revueshow: Via Jikeli eröffnete das Programm mit dem Lied Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen aus Christian Weises Der Untertan. Später trug Jonas Dassler den Fledermaus-Ausrottungs-Song in dem nun leeren Theatersaal vor.
Shermin Langhoff hielt eine kurze Rede, bevor sie ihre vorbereiteten Notizen theatralisch zu Boden fallen ließ. Auch Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, würdigte sie in einer Ansprache. Das unter dem Titel Lieder aus den letzten Jahren stehende Konzert endete mit einer Feier, die vom Theater in eine Bar nach Neukölln weiterzog.
Die Stimmung des Abends war wehmütig und zugleich hoffnungsvoll – zusammengefasst in dem Satz: Das Gorki ist tot. Es lebe das Gorki. Die Veranstaltung betonte die prägende Rolle des Theaters bei der Etablierung des postmigrantischen Theaters als festen Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft.
Der Abschiedsabend unterstrich nicht nur den Einfluss des Gorki auf das zeitgenössische Theater, sondern markierte auch das Ende einer Ära unter Langhoffs Führung. Sein Vermächtnis als Vorreiter postmigrantischer Bühnenkunst bleibt ein zentraler Teil seiner Identität.






