Laumann diskutiert mit Noweda über Zukunft der Apotheken in der Krise
Jana HerrmannLaumann diskutiert mit Noweda über Zukunft der Apotheken in der Krise
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat kürzlich den Hauptsitz des Pharma-Großhändlers Noweda in Essen besucht, um drängende Fragen der Apothekenbranche zu erörtern. An dem Treffen nahmen auch Dr. Michael Kuck sowie Udo Harneit, der Vertriebsleiter des Unternehmens, teil, die auf die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen hinwiesen, mit denen Apotheken und Großhändler in ganz Deutschland konfrontiert sind.
Während des Besuchs informierte sich Minister Laumann über die Abläufe bei Noweda, das täglich rund 1.000 Apotheken mit lebenswichtigen Medikamenten beliefert. Themenschwerpunkt war zudem die wachsende Rolle der Apotheken, die über die bloße Arzneimittelabgabe hinaus zunehmend Dienstleistungen wie Impfungen, Diagnostik und die Versorgung mit Hilfsmitteln anbieten – oft unterstützt durch digitale Plattformen wie IhreApotheken.de.
Dr. Kuck äußerte Bedenken gegenüber dem Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG) und kritisierte, dass dieses keine fairen finanziellen Rahmenbedingungen vorsehe. Die vorgeschlagenen Anpassungen der Apothekenvergütung reichten seiner Ansicht nach nicht aus, um die wirtschaftliche Belastung der Apotheken zu lindern. Besonders umstritten waren das feste Apothekenentgelt (Apothekenfixum) sowie die laufenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband.
Minister Laumann lehnte das Modell einer "abgespeckten Apotheke" ab und betonte, dass Apotheken unverzichtbar für die Gesundheitsversorgung seien. Er schlug vor, den selbst verhandelten Versorgungszuschlag als zusätzliche Leistungsposition im Sozialgesetzbuch V (SGB V) zu verankern. Sowohl Noweda als auch der Minister waren sich einig, dass die aktuelle verhandlungsbasierte Regelung des Apothekenfixums ein erhebliches Hindernis darstellt.
Das Unternehmen sprach sich zudem deutlich gegen das Konzept einer "Apotheke ohne Apotheker" aus und begrüßte die jüngsten Vorbehalte, die mehrere Bundesländer im Bundesrat geäußert hatten.
Das Treffen unterstrich die Notwendigkeit klarer finanzieller Unterstützung und regulatorischer Anpassungen, um den Apothekenbetrieb langfristig zu sichern. Laumanns Vorschlag, den Versorgungszuschlag im SGB V zu verankern, könnte zusätzliche Mittel freisetzen, während Nowedas Haltung gegen eine Absenkung der Apothekenstandards mit branchenweiten Bedenken übereinstimmt. Weitere Diskussionen über den ApoVWG-Entwurf werden erwartet, da die Beteiligten nach tragfähigeren Lösungen suchen.
