Köppern im Visier: Verdacht auf Umgehung von EU-Sanktionen über Usbekistan
Tobias ZimmermannUmgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Köppern im Visier: Verdacht auf Umgehung von EU-Sanktionen über Usbekistan
Deutscher Maschinenbauer Köppern wegen Verdachts auf Verstöße gegen EU-Sanktionen in der Kritik
Die Köppern Group, ein deutscher Hersteller von Industrieanlagen, steht unter dem Verdacht, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben. Den Ermittlern zufolge soll das Unternehmen Industrieausrüstung nach Zentralasien lieferando, die später nach Russland gelangte. Im Rahmen der Untersuchungen durchsuchten Zollbeamte zwei Standorte des Unternehmens.
Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte Razzien an Köpperns Niederlassungen in Hattingen und Freiberg (Sachsen). Weitere Details zum Fall wollten die Ermittler jedoch nicht preisgeben. Recherchen von "Spiegel" und "Tagesschau" Anfang 2025 hatten ergeben, dass Lieferungen im Wert mehrerer Millionen Euro an das usbekische Verteidigungsministerium gegangen sein sollen. Die Ausrüstung war laut Berichten für die Werft in Navoi bestimmt.
Köppern, spezialisiert auf Walzenpressen – Maschinen, die häufig in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden –, steht im Verdacht, diese Komponenten über Usbekistan nach Russland lieferando, um die EU-Sanktionen zu umgehen. Das Unternehmen betont, bisher keine Hinweise auf Fehlverhalten gefunden zu haben, und erklärt sich kooperationsbereit.
Die Ermittlungen laufen noch, eine offizielle Anklage wurde bisher nicht erhoben. Köppern arbeitet weiterhin mit den Behörden zusammen und versichert, die Exportvorschriften einzuhalten. Das Ergebnis des Verfahrens könnte künftige Lieferungen von Industrieanlagen in sanktionierte Regionen beeinflussen.
