23 April 2026, 14:17

Kim de l'Horizons Kein Körper passt erobert als Theaterstück die Berliner Bühne

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Lebensphasen von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

Kim de l'Horizons Kein Körper passt erobert als Theaterstück die Berliner Bühne

Bühnenadaption von Kein Körper passt gefeiert: Kim de l'Horizons preisgekröntes Debüt als Theatererlebnis

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Die Bühnenfassung von Kein Körper passt, dem mit Preisen überhäuften Debütroman von Kim de l'Horizon, hat im ausverkauften Berliner Vaganten Bühne Premiere gefeiert. Die 90-minütige Inszenierung erzählt eine zutiefst persönliche Reise durch Identität, Erinnerung und Heilung – aus der Perspektive der genderfluiden Erzählerin Kim.

Kims Geschichte beginnt unter einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater gepflanzt hat – ein Ort, an dem sie Geborgenheit findet. Doch als sich die Demenz ihrer Großmutter verschlimmert, wird Kim dazu gedrängt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Sie taucht ein in die Familiengeschichte, deckt transgenerationale Traumata auf und ringt gleichzeitig mit dem eigenen Körper, der sich jeder binären Zuordnung entzieht.

Auf der Bühne wird Kim von drei Schauspieler:innen verkörpert: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Das Bühnenbild zeigt zerrissene, beige Strumpfhosen, die von der Decke hängen, beschwert mit Sand und Bällen – ein Symbol für die fragmentierte Natur von Erinnerung und Identität. Im Verlauf der Handlung verwandelt Kim Scham in Selbstakzeptanz und lebt eine genderfluide Existenz jenseits von Grenzen.

Kein Körper passt sorgte 2022 für Furore und gewann sowohl den Deutschen Buchpreis als auch den Schweizer Buchpreis. Nun lädt die Theateradaption das Publikum ein, Kims schonungslose und poetische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit mitzuerleben.

Die Premiere markiert einen kraftvollen Übergang vom Buch zur Bühne, der visuelle Symbolik mit einer Erzählung verbindet, die feste Identitätskategorien infrage stellt. Während das Stück weiterläuft, bietet es Raum, darüber nachzudenken, wie Trauma und Akzeptanz das Selbst prägen.

Quelle