Karneval ohne Pferde? Jacques Tilly fordert das Aus für eine umstrittene Tradition
Tim PetersUmzugsbauer Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevals-Umzügen - Karneval ohne Pferde? Jacques Tilly fordert das Aus für eine umstrittene Tradition
Die Tradition, Pferde in deutschen Karnevalsumzügen einzusetzen, steht vor wachsender Kritik. Der renommierte Wagenbauer Jacques Tilly hat sich gegen diese Praxis ausgesprochen und sie als überholt bezeichnet. Seine Haltung findet Rückhalt bei Tierschutzorganisationen, auch wenn die Regelungen in den Städten weiterhin uneinheitlich bleiben.
Jacques Tilly, bekannt für seine satirischen Motivwagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, argumentiert, dass Pferde in modernen Karnevalsveranstaltungen nichts mehr zu suchen hätten. Er verweist auf Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit – eine Position, die von der Organisation PETA unterstützt wird. Diese behauptet, die Tiere litten während der lauten und überfüllten Umzüge unter erheblichem Stress.
In Bonn haben die Behörden Pferde bereits aus den Umzügen verbannt, aus ähnlichen Gründen. In Gronau hingegen ist lediglich eine schriftliche Genehmigung der lokalen Behörden erforderlich, bevor Pferde teilnehmen dürfen – ein vollständiges Verbot gibt es nicht. PETA fordert andere Kommunalpolitiker auf, dem Bonner Vorbild zu folgen und strengere Auflagen zu erlassen.
Tillys Engagement beschränkt sich nicht auf Deutschland: Aktuell sieht er sich in Russland mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert, weil er angeblich staatliche Institutionen verleumdet haben soll – ein Fall, der nichts mit seiner Karnevalsarbeit zu tun hat.
Während Städte wie Bonn Pferde aus den Umzügen verbannt haben, halten andere an lascheren Regelungen fest. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich Tradition und Tierschutz gegeneinander abgewogen werden. Bisher gibt es kein bundesweites Verbot, sodass die Entscheidungen bei den einzelnen Kommunen liegen.
