08 February 2026, 18:09

Känguru-Chili in Erlanger Mensa löst Geschmacksdebatte und Neugier aus

Drei Fleischstücke auf einem Bananenblatt, umgeben von grünen Blättern mit einer Wand im Hintergrund.

Känguru-Fleisch in der Universitätsmensa stößt nicht bei allen auf Gegenliebe - Känguru-Chili in Erlanger Mensa löst Geschmacksdebatte und Neugier aus

Känguru-Chili in Erlanger Mensa sorgt für Aufsehen – und Diskussionen

Eine Mensa der Universität Erlangen hat mit einem ungewöhnlichen Gericht für Neugier – und manche Kontroverse – gesorgt: Känguru-Chili. Das exotische Angebot im Langemarckplatz-Speisesaal zog die Aufmerksamkeit von Studierenden und Online-Nutzern gleichermaßen auf sich. Ursprünglich als begrenzte Aktion mit etwa 400 Portionen geplant, war das Gericht schnell ausverkauft.

Das Känguru-Chili wurde mit Basmatireis serviert und erhielt von den meisten Gästen positives Feedback. Viele fanden den Geschmack überraschend angenehm, auch wenn die Reaktionen unterschiedlich ausfielen. Auf Reddit entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über das Fleisch selbst – einige lobten seinen Geschmack, andere gestanden, dass sie sich schlicht nicht überwinden konnten, es zu essen.

Ein Nutzer verwies scherzhaft auf Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken, angeregt von der unerwarteten Verbindung zur Realität. Der Erfolg des Gerichts in der Mensa deutet auf eine wachsende Offenheit für ungewöhnliche Fleischsorten hin – auch wenn Vorbehalte bleiben.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich Kängurufleisch in Deutschland langsam vom Nischenprodukt zu einem – wenn auch noch wenig verbreiteten – Bekanntheitsgrad entwickelt. Die Bekanntheit und Bereitschaft, es zu probieren, stieg bei Fleischessern von unter 1 % auf etwa 3–5 %. Dieser allmähliche Anstieg liegt unter anderem an den Nachhaltigkeitsvorteilen: Kängurufleisch gilt als klimafreundlich, da es geringe Emissionen verursacht und mageres Eiweiß liefert. Zudem ist es in Feinkostläden erhältlich. Dennoch gibt es weiterhin Hürden – etwa kulturelle Vorbehalte gegen den Verzehr "exotischer" oder "niedlicher" Tiere, Unbekanntheit mit dem Geschmack, hohe Importkosten und die Konkurrenz durch pflanzliche Alternativen.

Dass das Känguru-Chili in der Mensa ausverkauft war, unterstreicht seine Beliebtheit unter Studierenden. Zwar weckte das Gericht Interesse, doch eine breite Akzeptanz von Kängurufleisch in Deutschland steht noch vor Herausforderungen. Vorerst bleibt es eine seltene, aber hin und wieder diskutierte Option für experimentierfreudige Esser.

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