20 March 2026, 16:07

Junge Menschen verlieren dramatisch das Vertrauen in die Demokratie

Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der bösartige Kreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Junge Menschen verlieren dramatisch das Vertrauen in die Demokratie

Ein neuer Demokratiebericht aus Nordrhein-Westfalen offenbart einen drastischen Rückgang des Vertrauens junger Menschen in demokratische Systeme. Zwischen 2023 und 2025 sank die Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie bei 14- bis 18-Jährigen von 77 auf nur noch 47 Prozent. Die Studie warnt zudem vor einer wachsenden Zustimmung zu autoritären Vorstellungen und einer zunehmenden Online-Radikalisierung unter Jugendlichen.

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Der Bericht zeigt eine besorgniserregende Veränderung der Einstellungen. Im Jahr 2025 befürworten nun 22 Prozent der jungen Befragten eine starke Führung ohne parlamentarische Kontrollen – doppelt so viele wie die 11 Prozent, die zwei Jahre zuvor ermittelt wurden. Ebenso glauben 47 Prozent, die Gesellschaft brauche eine einzige starke Partei, um den Willen des Volkes zu vertreten, ein Anstieg von 26 Prozent im Jahr 2023. Insgesamt unterstützen nur noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen die Demokratie, ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren.

Forschende identifizierten drei deutliche Gruppen: 44 Prozent als überzeugte "Demokraten", 42 Prozent als "fragile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegner". Die Studie führt diese Entwicklungen auf die zunehmende digitale Radikalisierung zurück, der junge Menschen in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities ausgesetzt sind. Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte sich besorgt über die rasante Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus im Netz.

Der Bericht betont, dass die traditionelle politische Bildung in Schulen den Online-Einflüssen nicht gewachsen ist. Auffällig ist, dass 76 Prozent der Jugendlichen sich mehr politische Themen im Unterricht wünschen – ein Zeichen für den Bedarf an besserer Vorbereitung gegen Radikalisierung.

Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Kluft zwischen jungen Menschen und demokratischen Werten hin. Da fast die Hälfte mit der Funktionsweise der Demokratie unzufrieden ist, fordert der Bericht dringendes Handeln. Die Stärkung der politischen Bildung und die Bekämpfung der Online-Radikalisierung gelten als entscheidende Schritte, um diese Trends umzukehren.

Quelle