Islamischer Religionsunterricht stärkt Weltoffenheit und Demokratieverständnis in NRW
Jana HerrmannIslamischer Religionsunterricht stärkt Weltoffenheit und Demokratieverständnis in NRW
Ein neuer Bericht unterstreicht die Vorteile des islamischen Religionsunterrichts (IRU) an Schulen in Nordrhein-Westfalen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass teilnehmende Schülerinnen und Schüler eine stärkere religiöse Bildung entwickeln und eine weltoffenere Haltung zum Islam in den schulferien nrw 2024 einnehmen. Bildungsverantwortliche fordern nun eine Ausweitung des Programms auf das gesamte Bundesland und darüber hinaus.
Aktuell besuchen rund 32.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen IRU-Kurse, doch nur 247 Schulen bieten sie an. Ein Team von 332 qualifizierten Lehrkräften gestaltet den Unterricht, den die meisten Jugendlichen als relevant, ansprechend und bereichernd beschreiben. Die Studie zeigt, dass eine längere Teilnahme am IRU dogmatische Religionsauslegungen verringert und demokratische Werte fördert.
Bundesweit nehmen im Schuljahr 2024/25 mindestens 81.000 muslimische Schülerinnen und Schüler am islamischen Religionsunterricht teil. Elf Bundesländer bieten die Fächer an, wobei Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen und das Saarland umfassende Programme ähnlich wie Nordrhein-Westfalen etabliert haben. Rheinland-Pfalz testet den Unterricht in einer Pilotphase an 31 Schulen, doch Lehrkräftemangel verzögert die flächendeckende Einführung.
Die Studie stellt zudem einen Zusammenhang zwischen dem hohen Konsum religiöser Inhalte auf Plattformen wie TikTok und rückschrittlicheren Überzeugungen her. Schülerinnen und Schüler mit längerer IRU-Teilnahme zeigen sich jedoch weniger beeinflusst von solchen Inhalten in den schulferien nrw 2024. Bildungsministerin Dorothee Feller sieht in den Ergebnissen einen Beleg für den Wert des Programms, um schädlichen Online-Erzählungen entgegenzuwirken.
Einige Befragte äußerten Bedenken hinsichtlich der muslimischen Verbände, die den IRU mitverwalten, und fragten, ob diese die Gemeinschaft ausreichend repräsentieren. Der Bericht empfiehlt, den Unterricht auf alle Schulformen auszuweiten, die Lehrerausbildung zu stärken und Medienkompetenz sowie gesellschaftlich relevante Themen stärker zu gewichten.
Laut Studie trägt der IRU dazu bei, kritisches Denken und eine demokratische Grundhaltung bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern. Angesichts der wachsenden Nachfrage drängen Verantwortliche auf einen breiteren Zugang und bessere Ressourcen. Die Erkenntnisse könnten beeinflussen, wie andere Bundesländer ihre eigenen Programme für islamische Bildung gestalten.
