21 March 2026, 16:14

Historisches Urteil: Deepfake-Pornografie wird in Spanien hart bestraft

Illustration eines historischen Gerichtsurteils, das eine Gerichtsszene mit Porträts, Vorhängen und Text zeigt.

Historisches Urteil: Deepfake-Pornografie wird in Spanien hart bestraft

Ein richtungsweisendes Urteil eines Madrider Gerichts hat einen neuen juristischen Präzedenzfall für die Bekämpfung von Deepfake-Pornografie geschaffen. Im Mittelpunkt des Falls stand Collien Fernandes, deren Ex-Partner Anfang 2025 wegen der Verbreitung von künstlich erzeugten, expliziten Bildern von ihr ohne ihre Zustimmung verurteilt wurde. Die Entscheidung hat Forderungen nach schärferen Gesetzen in ganz Europa ausgelöst, um digitale geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen.

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, lobte Fernandes für ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Gleichzeitig warnte sie, dass die aktuellen rechtlichen Schutzmechanismen unzureichend seien, da sich die Deepfake-Technologie immer weiter verbreite.

Das Urteil des Madrider Gerichts markiert die erste erfolgreiche Verurteilung auf Grundlage der aktualisierten spanischen Gesetze zu digitaler Gewalt. 2022 führte das Land das Organische Gesetz 1/2022 zur Gleichstellung der Geschlechter ein, das die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Bilder – einschließlich Deepfakes – unter Strafe stellt, mit Haftstrafen von bis zu vier Jahren. Es folgte 2023 das Organische Gesetz 2/2023 zur sexuellen Freiheit, das den Schutz weiter stärkte.

Fernandes reichte ihre Klage 2024 ein, nachdem sie entdeckt hatte, dass ihr Ex-Partner KI-generierte explizite Inhalte mit ihrer Darstellung verbreitet hatte. Das Gericht verurteilte ihn zur Zahlung von 20.000 Euro Schadensersatz und setzte damit einen rechtlichen Maßstab für künftige Fälle digitalen Missbrauchs.

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Neubaur forderte seitdem Deutschland und andere Länder auf, dem spanischen Vorbild zu folgen. Sie betonte, dass Deepfakes kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine wachsende Bedrohung, die dringendes Handeln erfordere. Die aktuellen Gesetze wiesen gefährliche Lücken auf, die Opfer schutzlos ließen, argumentierte sie.

Zu ihren Vorschlägen gehört eine Reform des Sexualstrafrechts, um digitale Gewalt genauso schwer zu bestrafen wie körperliche Übergriffe. Zudem regte sie die Einrichtung spezialisierter Gerichte an, die sich mit Fällen sexueller Gewalt befassen – unabhängig davon, ob sie online oder offline verübt werden.

Das Madrider Urteil bietet zwar einen rechtlichen Rahmen für die Verfolgung von Deepfake-Missbrauch, doch Experten zufolge sind weitergehende Reformen notwendig. Neubauers Forderung nach strengeren Gesetzen und speziellen Gerichten spiegelt die wachsende Besorgnis über die Zunahme digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt wider. Der Fall hat bereits andere Opfer ermutigt, sich zu melden, und deutet auf einen Wandel in der Behandlung solcher Straftaten hin.

Quelle