15 March 2026, 04:07

Großrazzia in NRW: Anklage gegen mutmaßlichen Drahtzieher der illegalen Müllmafia

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melde illegalen Müll und Littering", mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Großrazzia in NRW: Anklage gegen mutmaßlichen Drahtzieher der illegalen Müllmafia

Großrazzia gegen illegale Abfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen führt zu Anklage gegen Hauptverdächtigen

Eine umfangreiche Ermittlung gegen illegale Abfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen hat zur Anklageerhebung gegen einen zentralen Beschuldigten geführt. Die Behörden deckten ein kriminelles Netzwerk auf, dem vorgeworfen wird, gefährliche Abfälle an mehreren Standorten – darunter in Grenznähe zu den Niederlanden – illegal deponiert zu haben. Der Verdächtige, ein Abfallhändler aus Unna, befindet sich seit Oktober 2023 in Untersuchungshaft, während die Ermittler Beweismaterial sicherten.

Die Untersuchungen begannen vor eineinhalb Jahren und richteten sich gegen ein Netzwerk, das im Verdacht steht, seit Januar 2024 gefährliche Abfälle illegal behandelt zu haben. Über 40 Personen sowie zahlreiche Unternehmen – darunter Entsorgungsfirmen, Transportunternehmen und Baufirmen – stehen unter Beobachtung. Die Gruppe soll giftige Stoffe angenommen, vermischt und umetikettiert haben, um Kunden und Behörden zu täuschen.

Einer der größten illegalen Deponiestandorte umfasste 23.000 Tonnen belastete Erde auf einem Gewerbegebiet in Selfkant. Die Ermittler bringen das Netzwerk zudem mit dem Tagebau Garzweiler sowie mit Standorten in Bottrop und Schermbeck in Verbindung. In einem früheren Fall war derselbe Verdächtige bereits mit der illegalen Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in Schermbeck zwischen 2010 und 2013 in Verbindung gebracht worden.

Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten Beamte 120.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände aus dem Fahrzeug des Beschuldigten. Die Vorwürfe umfassen nun den Betrieb illegaler Abfallanlagen, den unerlaubten Umgang mit Gefahrstoffen sowie organisierten Betrug. Unterdessen leiten die Behörden in Gelsenkirchen rechtliche Schritte gegen Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ein, die in die illegale Abfallentsorgung verwickelt sein sollen.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität hat inzwischen gegen den ersten Beschuldigten in diesem Fall offiziell Anklage erhoben. Die Ermittlungen gegen das weitere Netzwerk laufen weiterhin, Dutzende Personen und Unternehmen stehen noch unter Prüfung. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, gegen illegale Abfallwirtschaft in der Region vorzugehen.

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