08 June 2026, 12:11

GLS Bank schließt Konten linker Gruppen – und erntet massive Proteste

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank schließt Konten linker Gruppen – und erntet massive Proteste

GLS Bank gerät nach Schließung von Konten linker Organisationen in die Kritik

Die GLS Bank sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem sie Konten zweier linker Organisationen gekündigt hat. Die Entscheidung löste Proteste aus und führte zu einem offenen Brief, der von Tausenden unterzeichnet wurde. Unterdessen verteidigte die Bankführung ihre Vorgehensweise auf der jüngsten Mitgliederversammlung in Bochum.

Auslöser des Streits war die Kontoschließung bei der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe. Kritiker werfen der Bank vor, sich politischem Druck – insbesondere aus den USA, wo die GLS ebenfalls tätig ist – gebeugt zu haben. Die DKP behauptet, die Bank handle aus „vorauseilendem Gehorsam“, um ihre Geschäftsinteressen in den USA zu schützen.

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Die Proteste formierten sich schnell: In einem offenen Brief wurde die Rücknahme der Entscheidung gefordert. Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen unterstützten die Forderung. Trotz des Aufruhrs blieb der Vorstand der GLS Bank standhaft und betonte, die Kündigungen seien aufgrund rechtlicher und regulatorischer Vorgaben erfolgt – nicht aus politischer Voreingenommenheit.

Auf der Mitgliederversammlung in Bochum stimmten 676 von 720 Anwesenden für die Bestätigung der Bankführung. Der Vorstand führte zudem Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie Transaktionen vermeiden können, die weitere Prüfungen auslösen könnten. Unterdessen behielt die Rote Hilfe ihre Konten bei der GLS Bank, während ein Gericht die Sparkasse Göttingen anwies, die Konten der Organisation offen zu halten.

Als Reaktion auf die Schließungen kündigte die DKP an, zu den öffentlichen Sparkassen in Deutschland zu wechseln. Die Initiative „Stop Debanking“ wies später darauf hin, dass Banken nach deutschem und europäischem Recht verpflichtet sind, verdächtige Transaktionen zu melden.

Der Konflikt verdeutlicht die Spannung zwischen Finanzregulierung und politischem Aktivismus. Die GLS Bank besteht darauf, dass ihr Handeln rechtlich geboten war, während die DKP und ihre Unterstützer die Entscheidung weiterhin anfechten. Die betroffenen Gruppen suchen derzeit nach Alternativen – die Rote Hilfe hat vorläufigen Rechtsschutz erwirkt.

Quelle