Friedensdemo in Düren: Solidarität mit Kurdistan und zwei polizeiliche Ermittlungen
Tim PetersFriedensdemo in Düren: Solidarität mit Kurdistan und zwei polizeiliche Ermittlungen
Friedensdemo "Freiheit für Kurdistan" in Düren – Zwei Vorfälle führen zu Ermittlungen
Am 28. Januar 2026 fand in Düren eine friedliche Demonstration unter dem Motto "Freiheit für Kurdistan" statt. Organisiert vom Kurdischen Kulturverein Düren, versammelten sich bis zu 700 Teilnehmende, um ihre Solidarität mit Nordsyrien zum Ausdruck zu bringen. Die Kundgebung verlief weitgehend ohne größere Zwischenfälle, doch zwei kleinere Vorfälle führten zu polizeilichen Ermittlungen.
Der Demonstrationszug startete am Nachmittag und folgte einer zuvor genehmigten Route durch die Dürener Innenstadt. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen und das Versammlungsrecht zu schützen. Gegen 20:00 Uhr versammelten sich die Demonstrant:innen am Kaiserplatz zu einer Abschlusskundgebung, bevor sie sich auflösten.
Trotz des überwiegend geordneten Ablaufs leitete die Staatsanwaltschaft zwei strafrechtliche Ermittlungsverfahren ein. In einem Fall geht es um den Vorwurf der Beleidigung, im anderen um einen versuchten Angriff. Schwerwiegende Verletzungen oder größere Ausschreitungen gab es nicht.
Seit der Demonstration hat sich die politische Lage in Nordwestsyrien dramatisch zugespitzt. Regierungstruppen des Assad-Regimes dringen in kurdisch kontrollierte Gebiete vor, nachdem die USA ihre Unterstützung nach dem Zusammenbruch des Baath-Regimes und dem Aufstieg des islamistischen Führers Ahmed al-Scharaa zurückgezogen hatten. Gleichzeitig wächst der Einfluss der Türkei in der Region. Die Übernahme des al-Hol-Lagers durch die syrische Armee führte zudem zur Massenflucht von Familien mit IS-Bezug. Die USA verlegten unterdessen inhaftierte IS-Kämpfer nach Irak.
Die Demonstration in Düren unterstrich die anhaltenden Sorgen um die kurdische Autonomie in Syrien. Während die Kundgebung selbst kontrolliert verlief, prüft die Polizei noch die beiden Einzelfälle. Unterdessen eskaliert die Situation in Nordwestsyrien weiter – mit sich verschiebenden Machtverhältnissen und neuer Instabilität in der Region.
