Frauenfilmfestival Dortmund/Köln feiert Widerstand und weibliche Filmkunst mit Sophie Maintigneux und Silvia Federici
Tim PetersFrauenfilmfestival Dortmund/Köln feiert Widerstand und weibliche Filmkunst mit Sophie Maintigneux und Silvia Federici
Das Internationale Frauenfilmfestival (IFFF) Dortmund/Köln hat eine weitere Ausgabe mit mutigen Debatten und kraftvollen Filmen abgeschlossen. Diese Ausgabe legte einen besonderen Fokus auf Widerstand, gemeinschaftliche Landrechte und die Rolle von Frauen im Filmemachen. Zu den Höhepunkten zählte eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Werk der erfahrenen Kamerafrau Sophie Maintigneux sowie ein anregendes Gespräch mit der feministischen Theoretikerin Silvia Federici.
Sophie Maintigneux, Professorin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), stand im Mittelpunkt eines vierstündigen Gesprächs über ihre Karriere. Sie blickt zurück auf ihre Anfänge als eine von nur drei Kamerafrauen in Frankreich, wo sie mit Éric Rohmer zusammenarbeitete. Später wandte sie sich dem Dokumentarfilm zu, angezogen von der kreativen Freiheit und dem Gefühl von Verantwortung. Ihre Filme, darunter "Unser Land, unsere Freiheit" und "Ôrí", setzen sich mit Kolonialismus und den Kämpfen dagegen auseinander.
Der Fokus-Bereich des Festivals, betitelt "Gemeinschaftsland", widmete sich Themen wie kollektivem Eigentum und Widerstand gegen den Kapitalismus. Gleichzeitig präsentierte der Spielfilmwettbewerb Werke wie "Nunkui", "Sechswochenamt" und "Gott wird nicht helfen", die jeweils Geschichten von weiblicher Solidarität und Auflehnung erzählten.
An anderer Stelle erhielt der Kurzfilm "Veitstanz/Feixtanz" der Künstlerin Gabriele Stötzer eine physische Dimension: Eine öffentliche Open-Air-Tanzperformance in Köln unterstrich die Wurzeln des Films im Widerstand. Ein weiterer prägender Moment war der virtuelle Auftritt von Silvia Federici, Autorin von "Caliban und die Hexe". Im Gespräch mit der Filmemacherin Athina Rachel Tsangari verband sie die Ursprüngliche Akkumulation, die Unterdrückung von Frauen und Hexenverfolgungen. Ihre Diskussion berührte auch Botanik und Landbesetzungen als mögliche Auslöser neuer sozialer Bewegungen.
Das Festival brachte Filmemacher:innen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen zusammen, um drängende politische und künstlerische Fragen zu erörtern. Von Maintigneux' Karriereeinblicken bis zu Federicis Analyse historischer Unterdrückung unterstrich die Veranstaltung die Kraft des Kinos und kollektiven Handelns. Die ausgewählten Filme und Debatten werden voraussichtlich die laufenden Diskurse über Land, Widerstand und Geschlechtergerechtigkeit prägen.






