Frank-Walter Steinmeier: Vom Fußballfeld ins Bundespräsidialamt – ein Leben für die Politik
Jana HerrmannVom Kicken 'Prickel' zum Bundespräsidenten - Frank-Walter Steinmeier: Vom Fußballfeld ins Bundespräsidialamt – ein Leben für die Politik
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am 5. Januar 2026 70 Jahre alt – zu diesem Zeitpunkt hat er noch gut 14 Monate seiner Amtszeit als Präsident vor sich. Geboren in Detmold und aufgewachsen in Brakelsiek, einem kleinen Dorf in Ostwestfalen, stammen seine familiären Wurzeln von Ziegelbrennern und Landwirten aus Lippe ab, die als Wanderarbeiter tätig waren. Jedes Jahr zu Weihnachten serviert er Obdachlosen Kartoffelsuppe mit Würstchen – ein Anliegen, für das er sich seit Langem als Präsident einsetzt.
Steinmeiers frühes Leben war von bescheidenen Verhältnissen geprägt. Als junger Mann spielte er Fußball beim TuS 08 Brakelsiek und machte sich als hart, aber fairer Verteidiger einen Namen – mit dem Spitznamen 'Prickel'. Sein akademischer Werdegang führte ihn zum Jurastudium, das er mit beiden Staatsexamen abschloss, bevor er sich 1991 in seiner Doktorarbeit mit dem Thema Obdachlosigkeit beschäftigte.
Seine politische Karriere begann 1993, als er in das Team von Gerhard Schröder eintrat und später Staatssekretär sowie Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei wurde. Unter Angela Merkel war er zweimal Außenminister – zunächst von 2005 bis 2009 und erneut von 2013 bis 2017. 2017 verließ er das Auswärtige Amt, um das Amt des Bundespräsidenten zu übernehmen. Durch alle Stationen seines Berufslebens blieb Steinmeier als Präsident sozialpolitischen Themen verbunden. Seine jährliche Tradition, Obdachlosen Mahlzeiten zu servieren, spiegelt sein langjähriges Engagement wider, das bereits in seiner frühen Forschung wurzelt.
Steinmeiers Präsidentschaft endet Anfang 2027 und markiert damit das vorläufige Ende eines langen politischen Weges. Von seinen bescheidenen Anfängen in der Arbeiterklasse bis zu seinen Spitzenpositionen in der Regierung war seine Laufbahn stets geprägt von politischer Gestaltungsmacht und persönlichem Einsatz. Sein Fokus auf das Thema Obdachlosigkeit – in Wissenschaft und öffentlichem Wirken – zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben als Präsident.
