29 March 2026, 16:09

Feuerwehrmann nach Hymnen-Skandal entlassen – Heino zeigt Solidarität mit Konzert

Eine rote und schwarze Flagge mit einem zentralen Löwen in einem schwarzen Rand, repräsentiert das historische Wappen Deutschlands.

Feuerwehrmann nach Hymnen-Skandal entlassen – Heino zeigt Solidarität mit Konzert

Streit um deutsche Nationalhymne führt zu Entlassung eines Feuerwehrmanns – Heino zeigt Solidarität mit Konzert

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Ein Konflikt um die deutsche Nationalhymne hat zur Entlassung eines Feuerwehrmanns geführt und den Schlagerstar Heino zu einem Solidaritätskonzert veranlasst. Richard Mänder, Feuerwehrmann aus Bad Belzig, wurde nach dem Abspielen einer umstrittenen Strophe der Hymne bei einer Meisterschaftsveranstaltung von seinen Aufgaben enthoben. Der Vorfall hat nun auch den bekannten Musiker auf den Plan gerufen, der am Wochenende zu Mänders Unterstützung auftrat.

Der Streit begann, als Mänder bei den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften 2025 in Torgau eine Aufnahme Heinos mit der ersten, seit 1952 offiziellen verbotenen Strophe des Deutschlandlieds spielte. Die Strophe, die mit nationalsozialistischen Assoziationen belastet ist, wurde damals aus der Hymne gestrichen – nur die dritte Strophe gilt seitdem als offizielle Nationalhymne.

Die Kontroverse eskalierte Anfang Oktober bei den Feuerwehrwettkämpfen in Sachsen. Mänder, der als Kampfrichter fungierte, spielte Heinos Version der ersten Strophe ab, die nicht mehr zum offiziellen Lied gehört. Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg entband ihn umgehend von seinen Aufgaben und begründete dies mit Verstößen gegen die geltenden Richtlinien.

Mänder bestreitet rechtsextreme Tendenzen und wirft vor, unfair behandelt worden zu sein. Als Reaktion gründete er mit Gleichgesinnten die Deutsche Feuerwehrsport Gemeinschaft, um alternative Meisterschaften zu organisieren. Dieser Schritt wirft Fragen nach einer Spaltung der Feuerwehrgemeinschaft auf. Verbandspräsident Rolf Fünning untersagte Mitgliedern die Nutzung offizieller Abzeichen bei Mänders Veranstaltungen.

Der 85-jährige Schlagerstar Heino kritisierte öffentlich Mänders Entlassung und gab am Samstag ein Solidaritätskonzert in Bad Belzig. Rund 800 Besucher versammelten sich, schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen und feierten Heino mit Hits wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara. Besonders begeistert reagierte das Publikum auf die Zugabe Schwarzbraun ist die Haselnuss – ein Lied mit eigener historischer Brisanz. Auch der Titel Layla, dem sexistische Textzeilen vorgeworfen werden, löste starke Reaktionen aus.

Heinos Manager, Helmut Werner, wies Vorwürfe zurück, der Sänger stehe politisch rechts. Das Konzert habe einzig dem Ziel gedient, Mänder zu unterstützen, der sich vom Feuerwehrverband ungerecht behandelt fühlt. Unterdessen lobte der AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Schieske die Veranstaltung auf Instagram und fügte der Debatte eine weitere Ebene hinzu.

Mänder plant nun, jährlich eigene Feuerwehrsportmeisterschaften auszurichten – ein Vorhaben, das die Gemeinschaft weiter spalten könnte. Der brandenburgische Feuerwehrverband warnte bereits vor einer Teilnahme an seinen Events, doch eine breitere politische oder öffentliche Reaktion bleibt bisher aus.

Der Hymnenstreit hat Mänder aus dem offiziellen Feuerwehrgeschehen ausgeschlossen, während Heinos Konzert die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt hat. Mit den Plänen für konkurrierende Meisterschaften droht der Vorfall langfristige Gräben unter den Feuerwehrleuten zu vertiefen. Im Zentrum des Konflikts steht weiterhin die Verwendung der verbotenen Hymnenstrophe – ein Beispiel für die anhaltende Sensibilität im Umgang mit nationalen Symbolen in Deutschland.

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