Evonik baut Stellen ab und ändert Dividendenpolitik nach schwachem Jahr
Tim PetersEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik baut Stellen ab und ändert Dividendenpolitik nach schwachem Jahr
Evonik kündigt weitreichende Veränderungen nach schwierigem Jahr an
Der deutsche Spezialchemiekonzern Evonik hat nach einem herausfordernden Geschäftsjahr weitreichende Maßnahmen eingeleitet. Das Unternehmen verzeichnete 2025 rückläufige Umsätze und Gewinne und verlor zudem weiter an Boden gegenüber chinesischen Wettbewerbern. Um die finanzielle Lage zu stärken, werden nun Stellen abgebaut und eine neue Dividendenpolitik eingeführt.
Im Jahr 2025 sank der Umsatz von Evonik um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) ging ebenfalls um neun Prozent zurück und lag knapp unter 1,9 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro.
In den vergangenen fünf Jahren hat Evonik in zentralen Geschäftsbereichen wie Silikonen und Isocyanaten Marktanteile verloren – von etwa acht auf 6,5 Prozent. Chinesische Konkurrenten wie Wanhua Chemical und Sinochem konnten ihren Anteil im selben Zeitraum dagegen von 25 auf 35 Prozent ausbauen. Geringere Produktionskosten und gestiegene Kapazitäten verschafften ihnen einen Wettbewerbsvorteil. Evonik setzt hingegen auf Innovation: Mittlerweile stammen 12 Prozent der Umsätze aus neuen Produkten – fast doppelt so viel wie bei den chinesischen Mitbewerbern.
Um die Effizienz zu steigern, wird Evonik 2026 rund 1.000 Stellen abbauen. Zudem präsentierte Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann eine neue Dividendenpolitik: Ab dem kommenden Jahr soll eine Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie erfolgen. Künftig werden die Dividenden zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernnettoergebnisses betragen. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt die Pläne.
Mit den Stellenstreichungen und der angepassten Dividendenstrategie will Evonik die Finanzlage nach dem schwierigen Jahr stabilisieren. Angesichts des Ertragsdrucks und wachsender Konkurrenz setzt das Unternehmen auf Innovation und Kostendisziplin, um wieder an Boden zu gewinnen. Aktionäre erhalten künftig eine vorhersehbarere Rendite, die sich am jährlichen Gewinn orientiert.
