Essen führt als erste NRW-Stadt Mindestpreise für Uber und Bolt ein
Jana HerrmannVoreinstellung für Uber-Fahrten: Essen will das Taxi schützen - Essen führt als erste NRW-Stadt Mindestpreise für Uber und Bolt ein
Essen ist die erste Stadt in Nordrhein-Westfalen, die Mindestpreise für Fahrten über Ride-Hailing-Dienste festlegt. Die neuen Vorschriften, die am 1. Januar 2023 in Kraft traten, gelten für Plattformen wie Uber und Bolt. Laut Behörden soll der Schritt Taxifahrer vor der wachsenden Konkurrenz im Verkehrssektor schützen.
Die Regelung verhindert, dass private Fahrdienstvermittler die herkömmlichen Taxitarife um mehr als sieben Prozent unterbieten. Die lokalen Behörden erhoffen sich dadurch eine Sicherung der Einkommen der Taxifahrer und eine Verringerung des unfairen Wettbewerbs. Essens Entscheidung folgt bestehender Gesetzgebung, die es Städten ermöglicht, Taxipreise zu regulieren und Mindesttarife für private Fahrdienste festzulegen.
Bisher hat keine andere deutsche Stadt ähnliche Pläne angekündigt, obwohl Solingen für einige Wochen vergleichbare Regeln ohne formale politische Genehmigung einführte. Unterdessen haben mehrere Ride-Hailing-Unternehmen bereits angekündigt, gegen die Essener Entscheidung gerichtlich vorzugehen.
Die Rivalität zwischen Taxis und privaten Fahrdienstleistern bleibt in ganz Deutschland intensiv. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer unterstützt Städte dabei, ihre regulatorischen Befugnisse zu nutzen, um den Markt auszugleichen. Er hat die Kommunalbehörden ermutigt, die Vorschriften so anzupassen, dass sie den Bürgern und der Servicequalität zugutekommen.
Fahrgäste, die in Essen Ride-Hailing-Dienste nutzen, könnten aufgrund der neuen Mindestpreise nun höhere Kosten tragen. Die Regelung könnte einen Präzedenzfall schaffen, falls andere Städte nachziehen – allerdings könnten Klagen ihre Umsetzung verzögern. Bis auf Weiteres bleibt Essen die einzige Kommune in der Region, die solche Vorschriften durchsetzt.
