"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Proteste gegen Gas, Kohle und Rüstung
Hannah Peters"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Proteste gegen Gas, Kohle und Rüstung
Klimaschutzaktivist:innen der Gruppe Ende Gelände haben eine Welle von Protesten in der Ruhrregion ausgelöst. Seit den frühen Morgenstunden des Freitags richten sich die Demonstrationen gegen fossile Gasprojekte, Kraftwerke und Rüstungsproduzenten. Die Aktionen sind Teil einer größeren Kampagne gegen den Ausbau der Gasinfrastruktur und die Verquickung von Militär- und Industrieinteressen.
Rund 1.500 Protestierende beteiligten sich am Freitag an vier koordinierten Blockaden. Bei Europipe in Mülheim an der Ruhr, dem größten Pipeline-Hersteller Europas, besetzten Aktivist:innen Gleisanlagen des Werks. Weitere 200 Demonstrant:innen störten den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS, der statt Windkraftanlagen Stahl für Panzer produziert.
Eine weitere Gruppe blockierte das Kohle- und Gaskraftwerk Scholven in Gelsenkirchen. Der Standort, der mit Steinkohle und Gas betrieben wird, plant trotz Klimabedenken den Bau einer zusätzlichen Gaseinheit. Unterdessen zog in Hamm ein „pinker Finger“-Marsch zum Bahnhof, wo ein Transparent die Enteignung von Energiekonzernen forderte.
Aktivist:innen stiegen zudem in Bergkamen in einen Zug, um gegen den Bau eines neuen Gaskraftwerks zu protestieren. Das Vorhaben gehört zu rund 20 Projekten, die von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche unterstützt werden. Eine für Samstag geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk wurde jedoch vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verboten – mit der Begründung, es bestünden Risiken zivilen Ungehorsams.
Die Proteste finden im Vorfeld einer großen Kundgebung am Samstag unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ statt. Unterstützt von Umweltverbänden und der Klimaaktivistin Greta Thunberg werden tausende weitere Demonstrant:innen erwartet.
Zudem gerät die Bundesregierung wegen ihrer Pläne in die Kritik, Milliarden in den von Protestierenden angeprangerten Rüstungskonzern KNDS zu investieren. Die Aktionen von Ende Gelände spitzen die Spannungen zwischen fossilem Ausbau, Rüstungsproduktion und Klimazielen zu. Weitere Proteste sollen am Wochenende fortgesetzt werden.






