E-Auflieger aus Aachen halbieren Dieselverbrauch und verdoppeln Lkw-Reichweite
Tobias ZimmermannE-Auflieger aus Aachen halbieren Dieselverbrauch und verdoppeln Lkw-Reichweite
Ein deutsches Unternehmen revolutioniert den Schwerlasttransport mit elektrischen Aufliegern
Das Aachener Unternehmen Trailer Dynamics entwickelt E-Auflieger, die den Dieselverbrauch halbieren und gleichzeitig die Reichweite von Elektro-Lkw deutlich erhöhen. Die Technologie könnte die Logistikbranche in ganz Europa grundlegend verändern.
Die Idee entstand 2018, als der Ingenieur Abdullah Jaber einen elektrisch unterstützten Auflieger vorschlug. Bis 2024 bietet Trailer Dynamics bereits mehrere Modelle an – darunter E-Kastenauflieger, E-Plane mit Vorhangplanen und demnächst einen gekühlten E-Kühlauflieger. Alle sind mit intelligenten Funktionen für mehr Effizienz ausgestattet.
Durch die Kombination eines Lkw mit einem E-Auflieger lässt sich der Dieselverbrauch um bis zu 50 Prozent senken, besonders auf steilen Strecken oder bei schweren Lasten. Bei rein elektrischen Lkw verlängert sich die Reichweite von 350–450 Kilometern auf 800–900 Kilometer. Auch Fahrer profitieren: Die größere Reichweite macht Zwischenladestopps überflüssig, sodass Pausen ohne Zeitverlust eingelegt werden können.
Das Aufladen erfolgt unkompliziert über Standard-CCS-Stecker mit DC-Schnellladung bis zu 350 kW. Allerdings verringern das zusätzliche Gewicht der Batterien und Antriebskomponenten die Nutzlast um 2,2 bis 5,5 Tonnen. Die Preise für einen E-Auflieger liegen derzeit zwischen 140.000 und 220.000 Euro, wobei die Batterien den größten Kostenfaktor darstellen.
Die EU prüft derzeit Anpassungen der Gewichtsgrenzen für elektrische Nutzfahrzeuge. Gleichzeitig arbeiten auch andere deutsche Unternehmen wie Kögel und Rheinmetall an eigenen elektrisch unterstützten Aufliegern. Michael W. Nimtsch, Geschäftsführer von Trailer Dynamics, ist überzeugt, dass E-Auflieger eine Schlüsselrolle bei der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs spielen werden.
E-Auflieger bieten eine praktische Lösung zur Reduzierung von Emissionen in der Logistik. Mit schnellerem Laden, größeren Reichweiten und wachsender Branchenunterstützung könnten sie bald zum Standard im Schwerverkehr werden. Ihr Erfolg hängt nun von regulatorischen Anpassungen und einer breiten Einführung in Europa ab.






