17 March 2026, 10:09

Düsseldorfs Senf-Legenden ziehen weg – Ende einer 300-jährigen Tradition

Ein belebter Markt im alten Stadtzentrum von Heidelberg, Deutschland, mit Menschen an Tischen mit Blumentöpfen unter Schirmen vor Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Düsseldorfs Senf-Legenden ziehen weg – Ende einer 300-jährigen Tradition

Zwei der bekanntesten Düsseldorfer Senfmarken verlassen die Stadt nach Jahrhunderten lokaler Produktion

Nach fast 300 Jahren Tradition verlagern Löwensenf und ABB Mostard ihre Produktion aus Düsseldorf – ein Schritt, der bei Bürgern und Verantwortlichen gleichermaßen für Diskussionen sorgt.

Löwensenf, seit 1726 hergestellt, hatte seine Produktion bereits 2006 von Düsseldorf nach Moers verlegt. Nun zieht auch ABB Mostard, die zweite Ikone der Stadt, nach. Die Fertigung des Senfs wird ebenfalls in das benachbarte Moers in Nordrhein-Westfalen verlegt.

Damit wird keiner der beiden Senfe mehr das Prädikat "Düsseldorfer" tragen. Die geschützte geografische Angabe der EU für das Produkt entfällt, und auf den Verpackungen steht künftig nur noch "Moers". Dies löst im Düsseldorfer Rathaus Unbehagen aus, da beide großen Senfhersteller die Stadt nun verlassen.

Trotz des Produktionsumzugs will Develey, das Unternehmen hinter ABB Mostard, die Marke weiterhin mit Düsseldorf verbinden. Geplant sind eine Schaufabrik und ein erweiterter Senfladen in der Altstadt. Auch die charakteristischen Keramiktöpfe, seit langem ein beliebtes Mitbringsel, bleiben dort erhältlich.

Im Senfladen erklären Mitarbeiter den Kunden die Veränderungen. Viele sind mit dem Produkt aufgewachsen, das seit 1626 in Düsseldorf hergestellt wurde. Das Ende der lokalen Produktion markiert für die Stadt das Aus einer Ära.

Mit dem Abzug des Senfs verliert Düsseldorf ein Stück seiner kulinarischen Identität. Zwar bleiben Laden und Schaufabrik präsent, doch der berühmte Würzstoff wird nicht mehr in der Stadt produziert. Auch die Vermarktung ändert sich: Statt "Düsseldorf" prangt künftig "Moers" auf den Etiketten.

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