Düren deckt Kindergeldbetrug auf: 13 Familien in der Falle
Düren startet Projekt "MISSIMO" zur Bekämpfung von Kindergeldbetrug
Die Stadt Düren hat das Projekt "MISSIMO" ins Leben gerufen, um Betrugsfälle bei Kindergeldzahlungen in der Region gezielt zu bekämpfen. In Zusammenarbeit mit der Polizei und lokalen Behörden richtet sich die Initiative gegen Familien, die verdächtigt werden, Leistungen zu Unrecht zu beziehen. Erste Ermittlungen haben bereits mehrere mögliche Betrugsfälle aufgedeckt.
Den Anfang machte die Überprüfung von Familien, deren Kinder sich über längere Zeit nicht mehr in Deutschland aufhielten. Als Hauptwarnsignale galten langfristige Schulfehlzeiten, nicht wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen sowie fehlende Meldebestätigungen. In der ersten Phase identifizierten die Behörden 13 Fälle mit 32 Kindern, die an ihren gemeldeten Wohnsitzen nicht auffindbar waren.
Das Familienkassenamt, unterstützt durch die Polizei, führte daraufhin gezielte Kontrollen in den verdächtigen Haushalten durch. Die Ermittlungen führten zu einer vorläufigen Rückforderungsanforderung in Höhe von 16.000 Euro und stoppten weitere Auszahlungen im sechsstelligen Bereich. Sämtliche aufgedeckte Fälle werden nun auf mögliche Steuerhinterziehung überprüft.
"MISSIMO" ist eine gemeinsame Initiative der Dürener Stadtverwaltung, der Familienkasse, der örtlichen Polizei und des regionalen Jobcenters. Bis Februar 2026 hatten bereits 37 Kommunen in Nordrhein-Westfalen ähnliche Maßnahmen zur Betrugsprävention eingeführt. Ziel des Projekts ist es, unrechtmäßige Ansprüche zu ahnden und gleichzeitig den Steuerzahlern, die das Sozialsystem finanzieren, Sicherheit zu geben.
Die Ermittlungen haben bereits betrügerische Zahlungen gestoppt und Rückforderungen ausgelöst. Die Behörden prüfen die 13 identifizierten Fälle weiterhin auf weitere rechtliche Schritte. Der Erfolg des Projekts in Düren könnte eine Ausweitung auf die gesamte Region anstoßen.
