04 April 2026, 00:33

Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im NS-Regime unter der Lupe

Ein Buchumschlag mit Adolf Hitler umgeben von Leuten mit Mützen, betitelt "Deutsches Kolonial-Feitung" und datiert 11/1940.

Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im NS-Regime unter der Lupe

Öffentliche Veranstaltung zu Zwangssterilisationen in Duisburg während der NS-Zeit am Donnerstag, 19. Februar

Am Donnerstag, dem 19. Februar, findet in Duisburg eine öffentliche Veranstaltung über Zwangssterilisationen in der NS-Zeit statt. Der Historiker Dr. Bernd Kern wird dabei die Auswirkungen des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933 und dessen Umsetzung in der Stadt bis 1949 beleuchten.

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Die Veranstaltung beginnt um 18:15 Uhr in der DenkStätte im Stadtarchiv Duisburg, Karmelplatz 5, im Innenhafen. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings ist die Teilnehmerzahl auf 60 Personen begrenzt.

Dr. Kern, der an der Universität Duisburg-Essen forscht, wird die politischen, sozialen und rechtlichen Hintergründe der Sterilisationspolitik analysieren. Anhand von Fallbeispielen zeigt der Vortrag, wie diese Maßnahmen vor Ort durchgesetzt wurden und welche Folgen sie hatten. Zwar liegen für Duisburg keine genauen Zahlen vor, doch die Diskussion wird die übergreifenden Muster der NS-Praxis thematisieren.

Die Veranstaltung ist Teil laufender Forschungen zur Stadtgeschichte dieser Epoche. Wie die Organisatoren betonen, geben die verfügbaren Quellen weder die genaue Anzahl der Sterilisationen in Duisburg an noch nennen sie die beteiligten Einrichtungen.

Ziel des Vortrags ist es, detailliert aufzuzeigen, wie das Gesetz von 1933 in Duisburg angewendet wurde. Durch statistische Überblicke und Fallstudien bietet er Einblicke in die administrativen und sozialen Konsequenzen der Zwangssterilisationspolitik. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, eine Voranmeldung ist nicht nötig.

AKTUALISIERUNG

Landmark 2007 Repeal of Nazi Sterilisation Law Adds Context to 2026 Lecture

New historical records reveal the 1933 Nazi sterilisation law was not formally annulled until 2007. This law, enacted on 14 July 1933 and effective from 1 January 1934, led to the forced sterilisation of 350,000–400,000 people across Germany. The 2007 Bundestag resolution marked the first official recognition of victims' rights, providing critical context for Dr. Kern's analysis of Duisburg's local implementation of this policy.