Dortmunder Apothekerin schließt Filiale – "Die Belastung war nicht mehr tragbar"
Hannah PetersDortmunder Apothekerin schließt Filiale – "Die Belastung war nicht mehr tragbar"
Wafaa Choukrane, Apothekerin in Dortmund, schließt Filiale wegen finanzieller Belastung
Die 34-jährige Apothekerin Wafaa Choukrane hat eine ihrer drei Filialen in Dortmund geschlossen – die finanziellen Belastungen wurden zu groß. Die Entscheidung fiel nach Jahren des Kampfes mit extremen Arbeitsbelastungen, Personalmangel und unzureichender Vergütung für Notdienste. Nun konzentriert sie sich auf ihre beiden verbleibenden Apotheken und setzt sich gleichzeitig für Reformen in der Branche ein.
Erst vor einem Jahr hatte Choukrane zwei weitere Apotheken von Frank Grote übernommen. Die Expansion brachte zwar mehr Verantwortung, doch die zusätzliche Arbeitslast – insbesondere die Notdienste – erwies sich als nicht tragbar. Es war schwierig, Personal zu finden, das bereit war, diese Schichten zu übernehmen, und die geringe Vergütung machte es unmöglich, vertretende Apotheker:innen zu bezahlen.
Lange Arbeitszeiten und der Verzicht auf Urlaub forderten ihren Tribut. Trotz aller Bemühungen blieb die Filiale in Dortmund-Wasserburg defizitär. Um die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten, verlegte Choukrane die Abläufe in ihre nur 500 Meter entfernte Ardey-Apotheke. Die Mitarbeiter:innen der geschlossenen Filiale wurden übernommen, und es laufen Gespräche, um zusätzliche Parkplätze zu schaffen.
Verärgert über die fehlende Unterstützung wandte sich Choukrane an die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KV Bayern), den Verband der Ersatzapotheken (VedEA) und das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Sie forderte höhere Erstattungssätze für Notdienste, da die aktuellen Sätze die steigenden Personalkosten nicht decken. Ohne Veränderungen, warnt sie, könnten kleine Apotheken vollständig verschwinden.
Die Schließung der Wasserburg-Filiale markiert einen Einschnitt für Choukrans Unternehmen. Durch die Straffung der Abläufe hofft sie, die Zukunft ihrer verbleibenden Apotheken zu sichern. Ihre Forderungen nach besseren Vergütungen unterstreichen die übergeordneten Herausforderungen, vor denen unabhängige Apotheken im ganzen Land stehen.
