27 January 2026, 18:26

Deutsche Wirtschaft unvorbereitet: NATO-Warnung vor Verteidigungskrise und schwachen Kapazitäten

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer von Bäumen gesäumten Straße und hält ein Banner mit der Aufschrift "Klima-Krise ist eine Krise", mit Gebäuden und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Deutsche Wirtschaft unvorbereitet: NATO-Warnung vor Verteidigungskrise und schwachen Kapazitäten

Ein neuer Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) deckt erhebliche Defizite bei der wirtschaftlichen Vorbereitung Deutschlands auf eine mögliche Verteidigungskrise auf. Während die östliche NATO-Flanke auf starke Abschreckung setzt, warnt die Studie, dass Unternehmen weitgehend unvorbereitet auf eine Eskalation sind – mit Risiken für Sicherheit und öffentliche Unterstützung, falls der Lebensstandard stark sinkt.

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Das IW betont, dass die Landesverteidigung gegen Russland mehr erfordert als militärische Stärke. Gefordert wird eine systematische wirtschaftliche Einbindung, um sicherzustellen, dass die Industrie im Kriegsfall die notwendigen Kapazitäten bereitstellen kann. Doch die aktuellen Vorbereitungen reichen nicht aus: Nur 5 Prozent der Unternehmen verfügen über Reservelieferverträge, und lediglich 3 Prozent sind auf Materialengpässe vorbereitet.

Im Rahmen des "Rheinmetall-Modells", das 2023/24 eingeführt wurde, haben einige wenige Konzerne – darunter Rheinmetall, Diehl Defence, Hensoldt, Renault Trucks Defense, MBDA und ThyssenKrupp Marine Systems – zugesagt, im Notfall kritische Materialien bereitzustellen. Doch die allgemeine Vorbereitung hinkt hinterher. Nur 24 Prozent der Betriebe können mit Infrastrukturengpässen umgehen, und 4 Prozent haben Pläne für Personalausfälle. Bei der Cybersicherheit sieht es besser aus: 86 Prozent der befragten Firmen geben an, gegen Cyberangriffe geschützt zu sein. Viele wehren sich auch gegen Desinformation, Sabotage und Spionage. Dennoch warnt das IW, dass die Aufrechterhaltung von Lieferketten und Lebensstandards entscheidend ist – nicht nur für das praktische Überleben, sondern auch, um die politische Rückendeckung für Verteidigungsmaßnahmen zu sichern.

Der Bericht macht ein klares Risiko deutlich: Ohne größere wirtschaftliche Resilienz könnte eine länger andauernde Krise sowohl die Sicherheit als auch die öffentliche Moral untergraben. Während sich die östliche NATO-Flanke auf mögliche Bedrohungen einstellt, steht die deutsche Wirtschaft unter Druck, kritische Lücken zu schließen – bevor ein echter Notfall ihre Kapazitäten auf die Probe stellt.