Chaos in Gelsenkirchen: Frau greift Polizisten an – Zugbegleiter stirbt nach Ticket-Streit
Tim PetersChaos in Gelsenkirchen: Frau greift Polizisten an – Zugbegleiter stirbt nach Ticket-Streit
35-Jährige sorgt für schweren Zwischenfall am Gelsenkirchener Hauptbahnhof – gleichzeitig stirbt Zugbegleiter nach Angriff
Am 4. Februar löste eine 35-jährige Frau am Hauptbahnhof Gelsenkirchen einen größeren Polizeieinsatz aus. Sie brüllte wiederholt laut durch die Halle, ignorierte Aufforderungen der Beamten und griff später einen Polizisten an. Bei dem Vorfall wurde ein Beamter verletzt; die Ermittlungen dauern an.
Ebenfalls an diesem Tag, aber in einem unabhängigen Fall, starb ein Zugbegleiter nach einem Angriff durch einen Fahrgast wegen eines Streits über das Ticket.
Der Zwischenfall begann, als die in Gelsenkirchen lebende Frau mit kamerunischer Staatsangehörigkeit im Bahnhof lautstark schrie. Bundespolizisten sprachen sie an und forderten sie auf, damit aufzuhören. Stattdessen weigerte sie sich zu kooperieren und behauptete, sie habe das Recht, überall zu schreien, wo sie wolle.
Als die Beamten eingreifen wollten, beleidigte sie diese und wurde aggressiv. Im Verlauf des Handgemenges traf sie einen Polizisten mit einem Schlag in den Bauch. Trotz ihres Widerstands konnte sie schließlich festgenommen werden.
Ein später durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,0 Promille – die Frau stand demnach nicht unter Alkoholeinfluss. Nach der polizeilichen Behandlung erhielt sie ein Betretungsverbot für den Bahnhof und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Der verletzte Beamte wurde ärztlich versorgt; die Behörden leiteten ein Verfahren wegen Körperverletzung ein.
Unterdessen ereignete sich am selben Tag ein unabhängiger, tragischer Vorfall: Ein 26-jähriger Grieche ohne festen Wohnsitz in Deutschland griff einen Zugbegleiter nach einem Streit über ein Ticket an. Der Beamte erlitt schwere Kopfverletzungen und erlag ihnen später. Bundesverkehrsminister Patrick Schneider äußerte sein Beileid und forderte bessere Sicherheitsvorkehrungen in Zügen. Die Bundespolizei hat bisher jedoch keine detaillierten Angaben zu den Ermittlungen gemacht.
Die Frau aus dem Gelsenkirchener Bahnhof muss nun mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Bis auf Weiteres gilt für sie ein Hausverbot; die Ermittlungen laufen. Der verletzte Polizist befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter hat unterdessen Debatten über die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr ausgelöst. Die Behörden haben bisher keine weiteren Einzelheiten zu den laufenden Ermittlungen bekannt gegeben.
