03 May 2026, 00:13

Bielefelds Polizei warnt: Politische Hasskriminalität im Netz explodiert 2024

Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnenstangen unter einem bewölkten Himmel.

Bielefelds Polizei warnt: Politische Hasskriminalität im Netz explodiert 2024

Polizei Bielefeld veröffentlicht Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK)

Die Bielefelder Polizei hat ihren Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) vorgelegt. Die Daten zeigen einen deutlichen Anstieg der Straftaten, der maßgeblich auf Aktivitäten in sozialen Medien und wahlbezogene Vorfälle zurückzuführen ist. Polizeipäsidentin Dr. Sandra Müller-Steinhauer stellte die Ergebnisse vor und hob dabei zentrale Trends in den Bereichen Extremismus und Hassrede hervor.

Die Gesamtzahl der PMK-Straftaten in Bielefeld stieg 2024 um 32,2 Prozent auf 1.163 Delikte – im Vorjahr waren es noch 880 gewesen. Ein erheblicher Teil dieses Anstiegs geht auf Vorfälle in Zusammenhang mit sozialen Netzwerken und der Europawahl zurück. Allein die Straftaten im Bereich sozialer Medien stiegen von 96 im Jahr 2023 auf 166 im Jahr 2024, wobei 99 davon als Hasspostings eingestuft wurden.

Rechtsextremismus dominiert Hasskriminalität im Netz Rechtsextreme Ideologien spielten bei der Verbreitung von Hassbotschaften im Internet eine zentrale Rolle und machten über die Hälfte (50,4 Prozent) aller erfassten Hasspostings aus. Der Bericht verweist zudem auf einen übergeordneten Trend: Extremistische Inhalte verbreiten sich zunehmend über soziale Medien, Chatgruppen und sogar Gaming-Plattformen.

Trotz des allgemeinen Anstiegs der PMK-Delikte ging die Zahl der gewalttätigen Vorfälle deutlich zurück – von 58 im Jahr 2023 auf nur noch 22 im Jahr 2024. Die Aufklärungsquote blieb mit 36,54 Prozent stabil und entspricht damit dem Niveau seit 2019. Von den 1.163 Straftaten waren 56 antisemitisch motiviert, davon 34 mit rechtsextremem Hintergrund und 11 mit Bezug zu ausländischer Ideologie.

Der vollständige PMK-Jahresbericht 2024 ist auf der Website der Bielefelder Polizei abrufbar.

Soziale Medien als Hauptplattform für extremistische Aktivitäten Die Auswertung zeigt einen klaren Wandel in der Begehungsweise politisch motivierter Straftaten: Soziale Medien entwickeln sich zunehmend zum zentralen Schauplatz extremistischer Aktivitäten. Zwar ist die Zahl der Gewaltdelikte rückläufig, doch der Anstieg von Hasskriminalität im Netz und wahlbezogenen Vorfällen stellt die Sicherheitsbehörden weiterhin vor Herausforderungen. Die Daten bieten eine detaillierte Bestandsaufnahme der aktuellen Bedrohungslage in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL).

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