Bergisch Gladbach sichert Gewerbeflächen mit neuem Vorkaufsrecht ab
Tobias ZimmermannBergisch Gladbach sichert Gewerbeflächen mit neuem Vorkaufsrecht ab
Die Stadtverwaltung von Bergisch Gladbach hat eine neue Verordnung vorgeschlagen, um Gewerbeflächen im Industriegebiet West zu sichern. Der Entwurf räumt der Stadt ein Vorkaufsrecht für Grundstücke in einem 18,8 Hektar großen Gebiet ein – darunter auch das Gelände von Saint-Gobain Isover. Beamte bezeichnen den Schritt als vorsorgliche Maßnahme zum Schutz langfristiger wirtschaftlicher Interessen.
Die ausgewiesene Zone liegt zwischen der Innenstadt und Gronau und umfasst Teile der Britannia Hütte, der Hermann-Löns-Straße sowie das Isover-Gelände. Mit elf Hektar macht das Saint-Gobain-Areal einen Großteil der Fläche aus und ist ebenso zentral gelegen wie der Zanders-Komplex. Ein entscheidender Faktor sind die Verkehrsanbindungen: Das Gebiet grenzt an die S-Bahn-Linie S11 und eine geplante neue Brücke.
Saint-Gobain Isover hat in den vergangenen Jahren Personalveränderungen durchlaufen. Die Mitarbeiterzahl sank von 220 auf 60, stieg dann wieder auf 75 an. Dennoch betonte Unternehmenssprecher Michel Wenger, Saint-Gobain habe keine Absicht, das Gelände zu verkaufen, und investiere weiterhin am Standort.
Die Stadt betont, die Verordnung diene dem Erhalt knapper Gewerbeflächen in Innenstadtnähe. Ziel sei es, das Gelände langfristig für Unternehmensansiedlungen, Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum zu sichern. Der Vorschlag umfasst ein strategisch wichtiges Gebiet für die Entwicklung Bergisch Gladbachs. Er würde der Stadt ermöglichen, schnell zu handeln, falls Saint-Gobain oder andere Grundstückseigentümer jemals einen Verkauf in Erwägung ziehen. Die Maßnahme soll sicherstellen, dass lebenswichtige Gewerbezonen unter lokaler Kontrolle bleiben und künftig genutzt werden können.






