BCS fordert Transparenz-Revolution in Solingens Kommunalpolitik
Bürgergemeinschaft Solingen (BCS) drängt auf grundlegende Reformen in der Kommunalpolitik
Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BCS) fordert weitreichende Veränderungen in der lokalen Politik. Die Initiative setzt sich für strengere Amtszeitbegrenzungen für Oberbürgermeister sowie die Wiedereinführung eines vor einem Jahrzehnt abgeschafften Transparenzausschusses ein. Die Forderungen kommen angesichts wachsender Bedenken wegen intransparenter Hinterzimmerabsprachen und eines schwindenden Vertrauens der Bevölkerung in die Stadtverwaltung.
Von 2009 bis 2014 hatte die BCS erfolgreich für einen Ausschuss gekämpft, der sich auf Bürgerbeteiligung und Transparenz konzentrierte. Doch die rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen löste ihn 2014 auf. Nun besteht die BCS darauf, dass der Stadtrat den Ausschuss wieder einsetzt, um die politische Verantwortung zurückzubringen.
Martin Bender, Vorsitzender der BCS, kritisiert, dass Transparenz in Politik und Verwaltung im Laufe der Zeit abgenommen habe. Er verweist auf den Aufstieg informeller Netzwerke und Zirkel, die Entscheidungsprozesse undurchsichtiger machten. Ein wiederbelebter Ausschuss könnte etwa die umstrittene Spende von 19.000 Euro an die Solinger SPD untersuchen, die für Aufsehen gesorgt hat.
Darüber hinaus fordert die BCS von der Landesregierung eine Änderung der Gemeindeordnung, um die Amtszeit von Oberbürgermeistern auf maximal zwei Wahlperioden zu begrenzen. Jan Michael Lange, Fraktionsvorsitzender der BCS im Stadtrat, unterstützt diesen Schritt mit dem Argument, dass dadurch Lobbyismus eingedämmt und das Vertrauen der Bürger gestärkt werde. Laut BCS nehme die Intransparenz von Machtstrukturen oft im zweiten Amtsjahr eines Oberbürgermeisters zu, wenn politische Zirkel enger und die Kontrolle geringer werde.
Als einzige unabhängige und gemäßigtere Kraft in Solingen gibt sich die BCS überzeugt, dass ihre Vorschläge auf gesundem Menschenverstand basieren. Die Gruppe warnt: Ohne Reformen werde das Vertrauen in die Kommunalpolitik weiter schwinden.
Die BCS hat zwei klare Ziele formuliert: die Wiedereinführung des Transparenzausschusses und die Begrenzung der Amtszeit von Oberbürgermeistern auf zwei Perioden. Sollten diese Maßnahmen umgesetzt werden, würde dies die Solinger Verwaltung zu mehr Offenheit zwingen. Ob es dazu kommt, hängt nun davon ab, ob Stadtrat und Landesgesetzgeber die Vorschläge aufgreifen.






